Aphorismen

«Die Bibel»

Die Bibel: Früher kannte man sie noch, zitierte auch fleissig, und so mancher tat, als hätte er sie begriffen, die Legenden und Fabeln aus Wüste und 1001 Nächten.

Wie auch immer, ein Anlass für ein paar satte Aphorismen ist das «Heilige Buch» allemal. Auch wenn klar sein sollte, dass es keine heiligen Bücher gibt, höchstens schlecht geschriebene. Seien Sie auch dieses Mal etwas nachsichtig und tolerant. Ich bin es nicht immer.

Dann mal los.

Die Bibel: Eine unversiegbare Quelle, ein Versandkatalog für Gutgläubige mit Rückgaberecht.

Wer die Bibel gelesen hat, weiss danach immerhin, warum ihm der Glaube abhanden gekommen ist.

Der letzte Missionsversuch der Kirchen: Die Bibeln in den Hotelzimmern.

Die Zeit wird kommen, wo die Bibel gelesen wird wie die Ilias von Homer, als menschliche und wundersame Geschichte voller Glanz und Elend.

Die Bibel: Ein Buch mit sieben Riegeln und eine Fibel für Buchstabengläubige.

Wie soll Gott sich in der Bibel offenbart haben, wo doch bis heute nicht geklärt ist, welches Idiom er spricht.

Was man an der Bibel bewundern kann, sind die gewaltigen Kompensations- und Projektionsleistungen der schreibenden Stubenhocker in ihren Klausen und Konventen.

Werner Keller wusste es noch: «Und die Bibel hat doch recht.» Mag sein, aber Werner Keller vermutlich eher nicht.

Dieter Nuhrs Bibel-Exegese: «Gott muss ein Mann sein. Wäre er eine Frau, er würde zu uns sprechen.»

Wie viele Menschen mag wohl die Bibel ernährt haben, Kommentatoren, Buchdrucker und Buchbinder?

Georg Christoph Lichtenberg


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