Aphorismen

Revitalisiert: Aphorismen

Ausnahmsweise sei eine kurze Definition an den Anfang dieser alt-neuen Seite gestellt: «Ein Aphorismus ist kurz, materiell einheitlich, wenn's geht, weise und rhetorisch funkelnd». Man nennt's auch Sentenz, Maxime, Aperçu oder Bonmot. Ob meine «mots bons» sind, überlasse ich gerne Ihrem Urteil.

Geist, Denken und Gefühle

Aphorismen 1 Geist Gefühl


Hätten die Leute etwas mehr Geist, sie würden nicht an Geister glauben.

Er gilt als geistreich. Auch im Geisterreich wird auswendig gelernt.


Mit dem Bauch denken? Lieber nicht, denn man bedenke das Endprodukt.

Man sagt leichthin, bei dem sei Denken Glückssache. Halb so schlimm. Unangenehm wird's erst, wenn ihn auch das Glück verlassen hat.

Wer einen Gedanken nicht aussprechen kann, sollte seinen Gefühle anderwertigen Auslauf gestatten: Als Pantomimik, gepfiffen und geträllert oder sich am Kopf kratzend.


Manche Menschen behängen ihre Gefühle mit Christbaumflitter.

Andere wiederum streuen ihre Gefühle wie Falschgeld-Produzenten ihre Blüten.

Und dann gibt's noch die Mehrheit der Sentimentalen. Sie reagieren mit Gefühlsattrappen auf Ereignisse, die sie gar nicht betreffen, geschweige denn etwas angehen.

Viele Menschen behandeln ihre eigenen Gefühle wie die Geheimdienste ihre Aussendienstmitarbeiter. Sie geben ihnen eine Tarnidentität.

Gefühle sind nicht wie Diamanten. Da kann man die echten von den falschen sehr wohl unterscheiden.


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Und Lichtenberg meint:

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Manche Menschen lesen nur, weil sie zu träg zum Denken sind.

Sie fühlen mit dem Kopf und denken mit dem Herzen.

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann.