Aphorismen

«Bitte, nicht schon wieder!»

Sind die schon wieder ideologisch volltrunken von den eigenen Visionen? Es ist immer dasselbe in der SP. Alle zwanzig Jahre leidet die Partei unter fundamenta-listischen Delirien. Laut Pschyrembel: Influenza hebephrenica oder Influenza praecox.

Ich hab's miterlebt. Schon in den 80ern an Parteitagen dasselbe Bild: Stunden-langes Palaver über die sogenannte Selbstverwaltung in den Unternehmen mit gleichzeitigem Grünanstrich. Die Gewerkschaften liess man rechts liegen. Die Protagonisten von damals sind heute alte Männer, ermüdet vom Marsch durch die Institutionen, vom schweren Portemonnaie und von den DDR-Besuchen.

Und später: Aufgabe der Regierungsbeteiligung, Schweiz ohne Armee, Überwindung des Kapitalismus und 1:12 Initiative. Alles vom Winde verweht.

Und heute? Das beduselte JUSO-Lied in neuer Notation. Kapitaleinkommen über CHF 100'000.- soll eineinhalb Mal so stark wie Arbeitseinkommen besteuert werden. Wunderbar. Dann deponieren die armen Betuchteren ihre Kapitalerträge und -gewinne halt anderswo auf einer Taxfree-Insel.

F
ehlen darf dann auch die «ökologische und solidarische Wirtschaft» nicht, was immer das sein soll. Und den Delegierten bohren die SP-Frauen in den Ohren. Die verlangen eine «konsequent feministische Sozialdemokratie», notfalls auch ohne Männer. Und die Luftwaffe? Da täten's die alten Kisten noch lange, wird fachmännisch verkündet.

J
etzt mal Klartext, ohne Joint und Lambrusco, JUSOs! Die SP ist die Partei, die ein Luftschloss nach dem andern für eine feste politische Burg hält. Und die Jungsoszialisten besorgen den Sand, auf dem die Altsozialisten sie bauen soll. Realisiert wurde kaum je etwas, aber Hauptsache, die haben sich daran berauschen können.


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