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Rolf Dobellis Skala des Irrelevanten

Sollen die Steuern für Hyperreiche angehoben werden? Dürfen künstlich gesüsste Nahrungsmittel verkauft werden? Ist der Verzehr von Fleisch ungesund? Sollen wer mit wem auch immer heiraten dürfen? Müsse wir zu allem eine Meinung haben? Und soll man die in Sekundenschnelle absondern?

Rolf Dobelli nennt das «Meinungsinkontinenz». Sie wissen schon, der Fall für die Pampers. Unser Gehirn sei ein «Meinungsvulkan». Er schleudere nonstop Meinungen und Ansichten in die Atemluft. Relevanz hin oder her. Und wir äusserten uns zu Dingen, die uns nichts angehen, kommentierten unbeantwortbare Fragen und beantworteten voreilig komplexe Sachverhalte. Und dann noch dieses faltenlose «Gefällt mir - Gefällt mir nicht.»

Dennoch: Sie gefällt mir, seine These, dass 99 Prozent unserer Meinungen schlicht überflüssig sind. Auch diese. Aber was leite ich daraus ab? Ganz einfach: Die sogenannte «Dobelli-Skala», analog zur Richter-Skala für Erdbeben. Die Masseinheit hiesse denn sinnfällig «dob».

Hier ist sie mit Beispielen aus dem persönlichen Wertekanon der Relevanzstärke:
1 dob: Minime Relevanz: Wahlen im Kanton Uri oder die Abstimmung in Moutier.
2 dob: Minimierte Relevanz: Unruhen auf dem Bahnhof Aarau.
3 dob: Minimale Relevanz: Wer wird Grand-Slam-Sieger?
4 dob: Minimalste Relevanz: Was macht Kim Kardashian nach Mitternacht?
5 dob: Mikrobische Relevanz: Argovia-Fest, Arena, Auf und davon, Glanz & Gloria.

Und 6 dob? Relevanz von 1 Ångström (0.1 nm)?
Ergänzen Sie doch bitte Ihre Vorschläge im Kommentarteil.

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