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Militanter Herbstkommentar
zum Flugwetter

Die lähmende Sommerflaute ist vorbei. Die Journalmacher haben den Ententeich verlassen und angeln wieder Themen aus den Flüssen der Zeit. Oder führen im Luftraum aktuelle Sicherheitsdebatten, wo Oberst i Gst Holenstein Klartext spricht.

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Swiss Air Force: To fly or not to fly?


Er heisst Stefan Holenstein, ist Oberst i Gst und Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) und spricht entgegen politischer Usanzen sicher-heitsrelevanten Klartext. Vor allem in Sachen Luftraum-Sicherheit. Hier ein paar seiner kommentierten Bemerkungen:

«Ich will auch keine Retro Armee wie im letzten Jahrhundert.» Also keine Armee wie zu meiner RS-Zeit, keinen Zwitter zwischen Kasernenhofgebrüll und einer wenig kriegstauglichen Armee, wie jene vor 1970, wo man bisweilen das Gefühl haben musste, in der Reichswehr um nicht zu sagen in der unseligen Wehrmacht zu dienen.

«Als Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft rede ich mit allen Seiten, auch mit den Sozialdemokraten.» Muss er wohl. Die waren im Parteiprogramm von 1959 noch für eine Armee, dies vermutlich nach den Einsichten, welche das 1000-jährige Reich vermittelt hatte. Heute sieht das nicht mehr danach aus. Im Gegenteil. Die linke Linke will keine Armee mehr. Sie will lieber dem Kapitalismus den Garaus machen, statt die konkreten Bedrohungslagen zu erkennen. Wozu eine Armee, wenn man eine antiquierte Ideologie hat?

Das sieht Oberst Holenstein noch etwas detaillierter: «Die Bevölkerung wird vor der Auswahl stehen: Acht Milliarden Franken für neue Jets und Raketen – oder keine Luftwaffe mehr. Eine Hochrisikostrategie.» Denn was soll eine Armee ohne Dach über dem Kopf? Da kann man sie gleich einmotten.

Herr Holenstein verschont auch die sog. Bürgerlichen nicht: «Die Armee ist auf die geschlossene Unterstützung der bürgerlichen Parteien angewiesen.» Doch die zerbröselt von Fall zu Fall. In einer Philippika spricht ein FDP-Mann von «Papierliflieger» und meinte den Gripen. Die CVP fürchtet um die Akzeptanz der acht Milliarden für das Dach über dem Kopf, und auch bei der SVP gab es Ausreisser. Und die SP disqualifiziert sich sicherheitspolitisch en permanence.

Und dann noch dies: «Wir dürfen nicht vergessen: Neben der Luftwaffe müssen auch noch andere veraltete Waffensysteme ersetzt werden. Die Panzer, die Artillerie und so weiter.» Das erinnert dann wieder an die Armee in den 60er-Jahren, an die Kompensation der Mängel der Bewaffnung und Kampfmethoden durch forsches Preussentum und Mannszuchtgehabe, als wäre General Wille noch am Leben.


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