Kritik

111 km/h im Dorf sind zuviel.
Oder: Schicksalsschlag für Kushtrim

Ihn hat die Polizei und sein Schicksal erwischt. Den Raser Kushtrim (Name geändert). Mit 111 Sachen ist er innerorts geblitzt worden. Wir haben mit dem ehemaligen stolzen BMW- und Führerschein-Besitzer gesprochen.

«Also Kushtrim, wie geht’s? Siehst ganz schön belämmert aus.»

«Ey, nix behämmert. Isch Polizei behämmert.»

«Wieso, was hast du wieder angestellt?»

«Nütt, isch ietz scho guot. Gib’sch Rue, Mann.»

«Was nichts? Ich seh dir doch an, dass etwas nicht stimmt.»

«Joo, immer nur uf Kosovo tüend de Policia luege und uf BMW, mut Mann!»

«Was? Mut? Ach so. Wer schaut auf den Kosovo?»

«De Polizei, immer nur uf de Ussländerr.»

«Kushtrim. Jetzt ehrlich. Was ist passiert?»

«Jo waisch, hanni doch BMW, ganz neu, waisch abegsetzt, drüü Uspüff, Superteil, macht 200 uf Autobahn.»

«Ja gut, aber das wird dann teuer, wenn sie dich erwischen. Billet weg, Auto weg, Kushrim weg!

«Waiss ich selber, Mann. Muesch mi ned nervös mache.«

«Erzähl jetzt endlich. Was hast du angestellt.»

«Nütt.  Ich weiss nurr, hani neus Auto uusprobiert, waisch BMW, geili Chischte. Muess doch wüsse, wie schnell die bloche tuet. Und hätt de Kumrije (Name geändert), waisch Fründin, uf mi gwartet fürr schöne Obig. Bini no i de Chnolle-Bar gsii, also nume zwei Birr, ehrlich, ned bsoffe, waisch, aber plötzlich hani'z gschnallt, dass i muess pressiere, susch wird de Kumrije wüetig. Du kennsch de Kumrije?»

«Nein, aber erzähl jetzt weiter.»

«Jo, isch ganz eifach. Wotti kai Zoff dehai. Bini use zu de BMW grennt und abtuubet. Chummen uf Autobahn. Mann, mit 180, Mega-Superchare de BMW. Denn, also i de Dorf wo Kumrije wonnt, hani welle bremse uf 50 abe, bini glaub uusgruscht, waisch hät gregnet, vo de Brems ufsz Gas irgendwie eso grutscht. Jo, und denn het’s Blitz gmacht. Mann, 111 Kilometer hani gha, im Dorf. Jetzt isch Papier weg, Auto weg und ich glaub, au de Kumrije isch weg.»

«Und was machst du jetzt?»

«Weiss nedd. Villecht zrugg uf Prischtina. Aber det isch Vatter. Isch schtreng. Isch au ned guet.»


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