Gästeseite

Es ist vorbei. Na, endlich.

Herr Karl Hausenstein hat nichts gegen Olympiaden, will aber wissen, was wir uns denn jetzt nach der WM 26 fragen sollten. Hier gleich noch dazu ein Gastbeitrag von Herrn P. Prantl.

Die WM 26 ist Geschichte. Schon falsch. Als Beitrag zur allgemeinen Historie ist sie  unwichtig, hingegen nicht als Treibsatz zur allgemeine Hysterie.

Nobelpreisträger Elias Canetti hat das mal beschrieben. Er sieht in der entfesselten Masse Krankheitsanzeichen in der Gesellschaft. Das hat was.

Jetzt sagen Sie vielleicht, ich solle nicht übertreiben. Der Lärm im Stadion sei nicht mit dem Gebrüll und Geschrei der Nazizeit vergleichbar. Das sei doch bloss harmlose Begeisterung.

Ja, das kann schon sein. Aber es sind auch auch Chauvinismus und Siegerposen auszumachen. Angenommen, die Schweiz wäre Weltmeister geworden, wir wären sicher nicht ganz frei davon gewesen. Aber was hätte sich in unserem Land verändert? Wahrescheinlich wenig. Oder würden wir gar noch stolz auf uns sein? Auf uns? Wenn schon dürften es die Spieler. Wir hätten ja nichts geleistet.

Nun ist aber Spanien Weltmeister. Ja, und jetzt? Was bedeutet das nun? Mir ist das komplett wurscht. Ich tanze auch keinen Fandango und spüre weder Freude noch Neid. Dann schon eher zwei Genugtuungen.

Erstens sind endlich der Jahrmarktsrummel, die mehr oder weniger klugen und das hysterische Reportergeschrei abgetischt. Und zweitens ändert, in welchem Land auch immer, für die Millionen von Hamsteradtretern in den Unternehmungen für sie an ihrem drögen Alltag wenig.

Vor allem wird sie deprimieren, wenn sie hören müssen, wieviele Millionen für einen Fussballer auf den Spieltisch gezählt wird, und die FIFA scheint's 15 Mia kassiert hat.

Mein Fazit: Für mich wäre ein Welt ohne WM, Olympia- und Spartakaden denkbar, überhaupt ohne diese überzüchtete Anbetung des goldenen Sportkalbes. Für das alles gibt's eine Rote Karte.

Ein Zitat: Wenn, besser noch, wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.


Kommentare (1)

Ueli Keller am 20.07.2026 12:16

Absurditäten wie beispielsweise diese WM sehe ich als Teil einer Welt, die von Ausbeutung, Gier, Herrsch- und Vergnügungssucht sowie von Zerstörungswut geprägt ist. Wie ich damit klar kommen mag, zeige ich mit "Die Ruhe im Auge des Sturms": https://www.manova.news/artikel/die-ruhe-im-auge-des-sturms.

Die Gästeseite wartet auf weitere Texte.

img

Und das gerne unter Volldampf und «Volle Kraft voraus». Ihr Beitrag würde sicher dafür sorgen. Senden Sie bitte Ihren Text an info@valentin-trentin.ch. Siehe Beispiel.

OLYMPIA 2038 und WM 26? Was soll's?

7. Juli 2026

Herr Izydor Wrysowsky hat hier vor ein paar Tagen keinen guten Faden an einer Winterolympiade 2038 in der Schweiz gelassen.
Weiterlesen

Olympia 2038 in der Schweiz?
Mitten im kalten Winter: Lieber nicht.

25. Juni 2026

Mein Name ist Izydor Wrysowsky. Meine Familie stammt aus Polen. Sie lebt seit 1946 in der Schweiz, wo ich in Basel 1947 zur Welt kam. Ich spreche akzentfrei Schweizerdeutsch, und nur mein Name erinnert noch an den Migrations-Hintergrund.
Weiterlesen

Deutschland, quo vadis?

12. Juni 2026

Eher zufällig hat ein Herr Thielmann diese Website entdeckt und als Gast ein paar Zeilen gesandt. Er schreibt:
Weiterlesen