Satiren

Die Wäffligers und die drei Wünsche

Paula legt die Zeitung auf den Küchentisch und schaut dann zu Alphons hinüber, der am Küchenbord Erdbeeren für sein Birchermüesli schnippelt.

Paula: Was sagst du eigentlich zur WM 26?
Alphons: Nichts.
Sie: Ja, dann halt.
Er: Was heisst da jetzt «Ja, dann halt»?
Sie: Nur so, ich habe gedacht, du ... also ... sonst kommentierst du doch immer alles.
Er: Meinst du? Aber das da doch nicht.
Sie: Alles klar. Wie sind die Erdbeeren?
Er: Etwas holzig und ... ääh ... ihnen fehlt das Erdbeerhafte.
Sie: Das Erdbeerhafte? Was soll denn das jetzt sein?
Er: Weiss auch nicht, eben das, was Erdbeeren eben immanent ist.
Sie: Immanent? Aha. Du meinst, wie sie sein sollen?
Er: Ja das auch, eben ureigen ... oder ääh ... wesenhaft.
Sie: Du meinst süss und intensiv im Geschmack, wie ...
Er: ... wie die im Wald. Die hier sind es jedenfalls nicht. MMM oder coop.
Sie: Warum isst du sie dann trotzdem?
Er: Weil ... ääh ... der Bauer vom Hintermattenhof im Moment keine mehr hatte.
Sie: Vielleicht hat er morgen wieder. Das Leben erfüllt nun mal nicht jeden Wunsch. 
Er: Ist jetzt aber schon etwas banal, der Spruch? 
Sie: Der ist nicht banal. Man bekommt doch wirklich nicht immer, was man will.
Er: Mich hast du jedenfalls bekommen.
Sie: Ja, weil ich dich wollte.
Er: Schön für mich. Umgekehrt aber auch. Es kommt schon darauf an, wen man will.
Sie: Denkst du jetzt an die Böckelmeier.
Er: Gnade, Paula. «Engel und Boten Gottes, steht uns bei!» Nie und nimmer!
Sie: Bist du dir da sicher?
Er: Ja, hundertprozentig. Eher gehe ich in ein Kloster.
Sie: Bitte nicht. Trotzdem, jetzt mal ehrlich, hast du keine offenen Wünsche mehr?
Er: Doch schon, dass man zum Beispiel alle Privatradiosender schliesst. 
Sie: Ein frommer Wunsch.
Er: Ja, aber auch ein wohltätiger. In den Warenhäusern zum Beispiel.
Sie: Oder in Fitnesscentern und beim Zahnarzt, wo eh schon alles weh tut.
Er: Eben, du sagst es. Man kann wirklich nicht alles haben.
Sie: Es sei denn, die Fee kommt zu dir.
Er: Welche Fee?
Sie: Ja, die mit den Wünschen. Der Witz geht so: Du hast drei Wünsche. Du willst erstens immer Geld auf dem Konto, steuerfrei. Kein Problem, sagt die Fee. Und zweitens? Einen Bentley Arnage. Na gut, schwierig, aber lässt sich machen: Und drittens? Ich möchte die Frauen verstehen. Die Fee erbleicht, zögert und meint dann etwas verlegen: Sehr problematisch ... aber sag mal, willst den Bentley in Grün oder Schwarz?


Kommentare (0)

Die Wäffligers und die Bücherschänder

31. Mai 2026

Ein noch kühler Sommermorgen. Paula und Alphons auf der Terrasse, bei der aufgeteilten Lektüre im kantonalen Intelligenzblättchen. Plötzlich schiesst Alphons hoch.
Weiterlesen

Die Wäffligers und die Fussball-WM

24. Mai 2026

Alphons sitzt vor dem Fernseher. Eben hat ein Tatort mit Boerne und Thiel begonnen. Paula schaut nach ihrem Ehegatten.
Weiterlesen

Die Wäffligers und der ESC

18. Mai 2026

Alphons blättert in der NZZ und liest eine Kritik über das Bachfest Schaffhausen. Paula kommt aus der Küche.
Weiterlesen