Kritik

Salärexzesse? Soziale Abszesse?

Die Frage sei erlaubt im Zusammenhang mit den exzessiven zweistelligen Millionen-Salären der Kräm de la Kräm der Krämerseelen auf den Teppichetagen.

Wenn sogar die NZZ vom 9. April berichtet, dass das Salär des CEO der Grossbank UBS von 14,4 Millionen Franken, davon 12,3 Millionen als Bonus, für neun Monate Arbeit für Empörung sorge, dann setze ich mich wohl kaum dem Verdacht aus, mit linken Argumentations-Ketten zu rasseln, wo doch sogar «die FDP auf Distanz» geht.

Es seien nicht die üblichen Verdächtigen, – gemeint sind die Kapitalismus-Abschaffer und Etatisten der linken Sphäre – die gegen den zweistelligen Millionenbetrag wettern. Sogar FDP- Parteipräsident Thierry Burkart geisselt die «anmassenden Boni-Exzesse», die in einem anderen Kontext doch sehr befremden, wenn man sich erinnert, dass auch die Wirtschaftsverbände verkündeten, mit der 13. AHV-Rente überborde der Staat finanziell.

Wahrscheinlich ist der Abstimmungserfolg auch partiell darauf zurückzuführen, dass nicht wenige sich dachten, wenn die da oben das dürfen, warum denn nicht auch wir? Vor allem dann, wenn wir wissen, dass der Novartis-Chef Vas Narasimhan im vergangenen Jahr mehr als 16 Millionen Franken kassiert hat.

Ja, Moment jetzt, das müsse so sein, denn nur mit solchen Entschädigungen erhalte man die besten Leute. Die besten Leute? Da müsste man jetzt ein paar Namen auflisten von diesen besten Leuten, die auch noch Geld kassieren, wenn sie versagt haben.

Ich mach’s kurz: Kein Mensch sollte mehr als eine Million, folglich 83'333 Franken im Monat, verdienen können. Ist eigentlich immer noch zuviel. Und wenn das doch der Fall wäre, dann könnte ja noch eine neue, kühnkalte Steuerprogression solche Lohnexzesse und diese Raffgier auf den Boden einer neuen Mässigung zwingen.

Aber wahrscheinlich werden wir dann wieder fadenscheinige Rechtfertigung für die Monstersaläre zu hören bekommen, die aber im Grunde genommen nur von einem asozialen und arroganten Zynismus zeugen, dies von Leuten, die nie genug, von denen aber wir genug haben.


Kommentare (2)

Georges Ramstein am 13.05.2024 16:46

Alle beklagen sich über die exzentrischen Gehälter der so genannten Manager. Auch die Aktionäre. Und die stimmen dann regelmässig an den Aktionärs-versammlungen den vorgeschlagenen Gehältern zu. Merke: Die «Vergütungen» werden offeriert, also gegeben bzw. ausgeteilt; nicht verlangt oder gar gestohlen. Offenbar geht 'man' davon aus, dass die Bezügerinnen und Bezüger diese Summen wert sind. Und man stelle sich vor, wenn da eine oder einer dieser «Hochpreis-Entlöhnten» sagen würde, man habe ihm zu viel angeboten. Was würde über einen solchen Menschen wohl gedacht? Nicht viel Gutes, ist anzunehmen. Und worauf basiert die genannte jährliche Obergrenze von einer Million? Würde die für alle gelten? Auch z.B. für Sportlerinnen und Sportler? Ein heisses Eisen!

Peter Haudenschild am 16.04.2024 10:18

Genau auch meine Idee, meine Worte seit Jahren. Eine Million ist auch leicht zu merken. Kein Teuerungsausgleich! Und eben: Eh noch zu viel. Aber lassen wir das mal.

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