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Die Wahl der Qualen

Wen wählst du dieses Mal? Mit wem quälst du dich dieses Jahr herum? Mit welcher Partei? Mit allen? Welche Programme? Weitsicht oder Status quo? Mehr Frauen? «Keinen Blassen», denke ich sprachlich ungepflegt.

Alle vier Jahre die gleiche Grosse Ratlosigkeit. Die Jungen kennt man nicht. Ihren Jargon versteht man nicht. Die wahrscheinlich selber nicht immer. Und von den Älteren weiss man schon, bevor sie reden, was jetzt kommen wird. Dasselbe gilt für die Parteien: Keine Überraschungen, heisst die Losung. Früher mal, «Keine Experimente!»

In meinem Bezirk nehmen wir nur zum Exempel kurz die PVS ins Visier, die Partei für Volkstum und Sparkassen. Da sieht sich ein Kandidat als kantonalen Traktor, eine andere übt auf der E-Gitarre, ein dritter geriert sich als trachtentragenden Lieferant statt als Lafermeister, ein vierter hat Mut, NEIN zu sagen, und schliesslich als letzter blocht einer an Parteitage und posiert dort zusammen mit dem eidgenössischen Nachtwächter. 

Oder blicken wir kurz ins sog. linke Spektrum. Betrachten wir die PSS, die Partei der sozialen Seelsorger, die grüngestreift bei jeder geplanten Strasse infarktgefährdet reagieren, eine OASE keineswegs als letzte Hoffnung sehen und beim Anblick eines Dieselfahrzeugs in Schockstarre fallen. Warum fusionieren die eigentlich nicht gleich mit den Grünen. Von Sozialdemokratie spürest du kaum noch einen Hauch.

Also. Wen soll man wählen? Sicher keine Dogmatiker, keine Programmatiker, keine Librestisten, keine Gender-Ver(w)irrte und keine hyperventilierende Feministinnen, dafür aber mehr Frauen, die keine Quote nötig haben. Sie wollen Namen? Den Teufel werde ich. 


Kommentare (1)

Beat Schirmer am 24.09.2020 17:59

Der diese Woche in alle Briefkästen verteilte '"Aufruf" der SVP ist wahrhaftig ein Lesevergnügen, besonders die hohlen Parolen auf der Frontseite (Es ist zuviel). In heuchlerischer Manier wird von offenen Grenzen für 200 Millionen Arbeitnehmende aus der EU und billigen Arbeitskräften gesprochen, wie auch von einer Zubetonierung der Schweiz. Mit Verlaub: Welcher SVP-treue Unternehmer verzichtet auf billige saisonale Arbeiter z.B. aus Portugal oder Rumänien (Stichwort Erntehelfer) oder welche Bauunternehmer aus SVP-Kreisen verzichten auf Aufträge im Strassen- oder Wohnungsbau? Zum Flugblatt der SP bezüglich OASE: Grafisch und sprachlich professionell, muss darüber diskutiert werden, ob beim privaten Verkehr immer mehr vom Gleichen sinnvoll ist. Wie bei der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge: Gibt es adäquatere Lösungen? Denkbarkeit ist gefragt.

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