Querbeet

Poesiealbum
Das Gedicht der Woche 27

Nun mal was aus der scheinbar harmlosen Feder von Wilhelm Busch, dem Grossmeister geschmeidiger Verse und hinterhältiger Spöttelei.

Wilhelm Busch

Wie schad, dass ich kein Pfaffe bin


Wie schad, dass ich kein Pfaffe bin
Das wäre so mein Fach.
Ich bummelte durchs Leben hin
Und dächt' nicht weiter nach.

Mich plagte nicht des Grübelns Qual,
Der dumme Seelenzwist,
Ich wüsste ein für allemal,
Was an der Sache ist.

Und weil mich denn kein Teufel stört,
So schlief ich recht gesund,
Wär wohlgenährt und hochverehrt
Und würde kugelrund.

Käm dann die böse Fastenzeit,
So wär ich fest dabei,
Bis ich mich elend abkasteit
Mit Lachs und Hühnerei.

Und dich, du süsses Mägdelein,
Das gern zur Beichte geht,
Dich nähm ich dann so ganz allein
Gehörig ins Gebet.

Kommentare (2)

Ernst Bannwart am 27.06.2020 10:46

Wilhelm Busch spricht mir ganz aus der Seele, einfach zeitlos genial!

Werner Keller am 26.06.2020 15:36

Er war ihnen geistig dermassen überlegen, dass selbst die verbittertsten Feministinnen und politisch Korrekten einen Bogen um ihn herum machen.

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