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Nach der Seuche:
Regression in die Absurdität?

NZZ Kulturchef René Scheu schreibt vom «Ende des Endes der Geschichte». Konrad Hummler geriert sich als oekonomischer Nostradamus. Für Paul Jandl ist «das Leben ein Schlund, den nur der Tod stopft.» Und schliesslich orakelt jemand ohne Namen von «der Rückkehr in die Normalität.»

Normalität? Hat da jemand Normalität gesagt? War die präkoronare Epoche normal? Ballermann auf Mallorca? Mit dem Jet kurz mal auf die Malediven? Mit 150 Sachen durch Schneckenhofen? Partynächte im heissen Tirol bis zur Auszehrung? Online-TV-Sender wie HSE24? Amerikas Suprematiestreben? Chinas Expansionsgelüste? Argovia Feschte? Verschwörungs-Psychosen und Religions-Neurosen wie das Strafgericht Gottes, Auferstehung des Teufels und die episkopale Behauptung, «der Leib Christi» sei immun.

Das sind wir auch. Immun gegen jede Art von Fundamentalismus und irrationalem Geseire. Gegen das Genörgel um Notverordnungen, gegen das Geklöne von Leuten, die nicht mal für ein paar Stunden allein sein können, gegen diese Sehnsucht nach dem Bad in der Masse ohne Klasse und gegen die indolenten Vollpfosten, welche sich nie an Regeln halten können, weil sie den Verlust ihrer Selbstoptimierung befürchten oder schlicht zu doof sind.

Auch sind wir längst immunisiert gegen öffentlich-rechtliche Streiterien, die sich Debattenkultur nennt, in Wirklichkeit aber in Rechthaberei und Gezänke mündet.  Paralyse satt Analyse, Rhetorik statt Methodik, Bekenntnisse statt Erkenntnisse,  Inkontinenz statt Kompetenz und Zerstören statt Zuhören.

Herr Scheu hat Recht. Diese Geschichte der endlosen Regressionen scheint tatsächlich kein Ende zu haben. Um das zu erkennen, brauchen wir aber weder Nostradamus und Lebensschlünde, noch eine Rückkehr in die präcoviden Absurditäten. Was nottut, heisst stoische Gelassenheit.

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