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Kommentar 3:
Zur besonderen coronaren Lage

Allein schon zur Allgemeinen Lage des Individuums und zur Gesellschaft findet man in den »Aphorismen zur Lebensweisheit» von Arthur Schopenhauer allemal ein paar Sentenzen, die jetzt sehr gut zur besonderen coronaren Lage passen könnten.

Vor allem, wenn man die ignoranten Allotria jugendlicher Partygänger oder unvernunftbegabter Senioren beider Geschlechter in den letzten Tagen - hoffähig kultiviert formuliert - mit Besorgnis und Befremden beobachten konnte.

Dabei erinnert man sich ungern an eine Fussnote von Schopenhauer, an einen Satz von Seneca in einem Moralischen Brief an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), I, IX, 22, wo er schreibt: «Omnis stultitia laborat fastidio sui.» (Jede Dummheit leidet am Überdruss ihrer selbst.)

Bezogen nun auf die coronaren Irrläufer irrt sich da aber Seneca gewaltig. Da müsste es weit eher heissen: «Omnis stultitia non laborat fastidio sui.» (Jede Dummheit leidet nicht am Überdruss ihrer selbst.)

Denn die Armen im Geiste leiden keinesfalls an ihrem tölpelhaften Unverstand. Im Gegenteil: Sie geniessen ihn bei Bier und Spirituosen. Sie brüsten sich schmalhirnig damit und sind im verheerendsten Fall noch stolz darauf.

Oder um es mit Schopenhauer zu sagen: «Denn monoton, wie ein (...) eintöniges Horn, ist der Sinn und Geist der allermeisten Menschen.» Vor allem dann, wenn man «ein Horn im Kopf» hat, sprich vollgelaufen ist.

Ich denke, es ist höchste Zeit geworden, dass jetzt die Staatsmacht die Zügel strafft.


Kommentare (1)

Beat Schirmer am 22.03.2020 08:48

Beim Wort Staatsmacht erschaudere ich. Bislang hat es der Bundesrat in meinen Augen verstanden, zuerst zu überlegen und dann zu handeln. Und dies auch klar zu kommunizieren. Dass Massnahmen nicht in allen Köpfen klar ankommen, war zu erwarten. Wenn die Staatsmacht deshalb alle und jeden mit rigoroseren Einschränkungen in Geiselhaft nimmt, macht mir das ebenso Angst wie ich Respekt vor COVID-19 habe. Zum Bundesrat: Er zeigt Führungsstärke und Einigkeit in der Krise. Er blüht förmlich auf.

In eigener Sache

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