Querbeet

General-Anzeiger Brugg und Rundschau:
Querbeet vom 22. Oktober 2026
«Quoten»

Nur mal grundsätzlich: Mannsein oder Frausein ist für sich genommen noch keine Qualifikation.

Mit Quote garniert sind sie allerdings diskutabel. Als Beleg hier eine NZZ-Headline: «Die Frauenquote schadet den Frauen», war da zu lesen. Kühne These heutzutage. Vertreten hat sie die Ökonomin Margit Osterloh, was den Vorzug hat, dass eine Frau auch zu ihren Schwestern spricht.

Denn angenommen, ein Mann hätte solch schneidiges Verdikt verbreitet, er wäre aus den feministischen Schützinnengräben mit schwerem Mörserfeuer eingedeckt worden. Das sei doch bloss wieder das übliche Machogelaber der viel zitierten hoch toxischen Männlichkeit.

Das mag ja sein. Man könnte hingegen auch erkennen, wie innig woke und sprachmodische Eigenheiten die gegenwärtigen Diskurse nachhaltig dominieren. Wann nur nimmt das mal ein Ende? Wahrscheinlich nie mehr.

Frau Osterloh scheinen diese Denkpirouetten aber wenig zu imponieren. Sie sagt fadengerade, die Quote schade den Frauen individuell und generell. Man solle dieses Kunstprodukt abschaffen. Man hätte es allerdings von allem Anfang an bleiben lassen können. Die Frauen, die ich kenne, haben sich auch ohne Quoten durchgesetzt, und das mit oder ohne Männerhosen.

Zudem führt eine Vorauswahl via Quote nicht selten zu neuen Ungerechtigkeiten, wenn besser qualifizierte Männer ihr zum Opfer fallen. Frau Osterloh: «Aus Interviews mit Headhuntern weiss man, dass sich sehr viele erfolgreiche Männer heute ihrerseits diskriminiert fühlen.» Und wozu sich noch bewerben, wenn von vornherein eine Frau vorgesehen ist?

Überhaupt Quoten. Seit Jahren gibt es in der Film- und TV-Branche Besetzungsquoten für Ethnien und andere Daseinsvarianten. Wenn sie handlungsrelevante Personen und Inhalte realistisch abbilden, nichts dagegen. Wenn sie jedoch bloss irgendeiner postkolonialen Ideologie huldigen und Minderheiten erfreuen sollen, dann schon.

Nun noch einmal zurück zur Frauenquote. Was ist falsch an ihr? Die These, dass Frauen sie nötig haben. Und was richtig? Dass sie immer noch diskutiert wird. Und wem hilft sie eigentlich am meisten? Ist doch klar, ihren Gegnern.

Ein Letztes: Was folgt der Frauenquote? Die Genderquote? Die Fleischquote? Die Elektroautoquote? Die Haustierquote? Eine Roboterquote mit KI-Anteil? Die Schwarzwäldertortenquote? Oder eben doch eine Männerquote? Einspruch, Euer Ehren.

Hier zur Entspannung noch ein Testosteronklassiker: Was an den Frauen aufregend ist, ist sicher nicht die Quote.


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