Querbeet

General-Anzeiger Brugg und Rundschau:
Querbeet vom 5. Februar 2026
«Nutellatag»

Wichtige Mitteilung: Heute feiern wir den «World Nutella Day».

Ist schon frappant, was den Werbe-Knalltüten so alles in den Kopf schiesst und was wir zu schlucken haben, wie z. B. das scheusslich klebrigsüsse Zeug. Vorschlag: Wie wär’s noch mit einem «Welttag der Kniescheibe» oder dem «Memory Day for Donalds»? Bekannt sind mir vier. Drei taugen nichts.

Jetzt sei doch friedlich. Warum soll man Tage von Irgendwas nicht feiern? Sogar einen Welttag der Werbe-Posaunisten und der digitalen Exhibitionisten (DIGEX). Oder man könnte ein Jahr lang einen Schreibwarenkiosk betreiben, wo zwischen der Glückspost, Bazooka-Kaugummi, Red Bull und altbackenen Gipfeli auch Werkzeuge und Plattformen für debütierende Autoren angeboten würden. Natürlich auch für Autorinnen.

Ist vermutlich nichts für die Snapchat-Rummel-Fangruppe (SRF). Die hat von Literatur so viel Ahnung wie ein Maulwurf vom Hochgebirge. Immerhin wissen die, wie man auf dem Smartphone herumfingern kann; zwar mit dürftigem Erkenntnisgewinn, aber man geniesst den Sachstand, die Langeweile totgeschlagen oder die inneren Hohlräume mit Schrott zugemüllt zu haben. Beneidenswert, nicht?

Basil Muckiger zum Beispiel schafft es in einer Stunde Krafttraining, 10 Minuten den Geräten zu widmen und 50 Minuten mit dem Smartphone zu verplempern. Sucht der Junge bei Schwarzenegger Rat oder berichtet er der Freundin, wie er gerade mal 10 Workouts an der Bauchpresse ausführt, um dafür am Abend dann bettgymnastisch belohnt zu werden?

«Du schreibst Unfug», flüstert der Gerechtigkeitssinn. «Immerhin bewegt Basil seinen Hintern.» Einverstanden, es gibt welche, die tun nicht einmal das. Die kultivieren ihre digitalen Suchtprobleme, bevor sie dann im virtuellen Kosmos ihrer vergamten Wahnwelten vergammeln.

Jetzt regt sich schon wieder das Gewissen. Ich solle nicht immer übertreiben. Und die vielbelächelten Nerds unterstützten doch die Nachrichtendienste, Cyberattacken aus dem Kalten Osten abzuwehren oder Hackern ihr kriminelles Handwerk zu legen. Und da helfe ihnen halt energetisch auch mal ein Nutella-Brot.


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