Region Brugg

ALEA IACTA EST.

Auch IACTA ALEA EST, je nach Quelle. Passt doch auch für Brugg. Obschon hier kein Rubicon überschritten wurde, sondern lediglich Exekutive und Legislative gefahrlos neu erkoren wurden.

Am 1. Advent haben drei Personen leider keine frohe Botschaft hinter dem geöffneten Kalendertürchen lesen müssen. Gleichwohl sei ihnen gedankt, dass sie sich für eine Wahl zur Verfügung gestellt haben. Sieht nach Vorbildcharakter aus. Im Übrigen deuten die Gesamt-Resultate auf geringfügige Verschiebungen hin. Dass die grünen Parteien gleich drei Einbussen erlitten haben, liegt im Trend, ebenso die zwei Gewinne der SVP, die man offenbar lieber in der Opposition sieht. Der Sitzgewinn der Mitte soll nicht unerwähnt sein.

Auch muss jetzt niemand gemäss Sueton wie Caesar schicksalsbewusst Sentenzen absondern wie «Dorthin gehe es, wohin der Götter Zeichen (...) rufen. Geworfen ist der Würfel.» 

Übrigens soll der gebildete Patrizier den Satz griechisch verkündet haben. Also «anerriphtho kybos», zu Deutsch: «Hochgeworfen sei der Würfel.» Hier als gefasster Entschluss, den Fluss zu passieren und in Rom einzumarschieren, was an sich streng verboten war, wie z. B. in Brugg aufeinander zu schiessen.

Und was erkennen wir jetzt? 
1. Bei uns wird sehr selten um Macht und Einfluss gewürfelt, 2. wird man mehr oder weniger auch mit etwas Glück gewählt oder eben nicht; und 3. regiert man danach in der Regel ohne der Götter Zeichen. Das wäre ja noch schöner. Obschon, also manchmal, so eine Eingebung von oben.

Man könnte hier jetzt eine Diskussion über Einzelergebnisse anregen. Das lasse ich aber hübsch bleiben. Ich kann nur festhalten, dass mein politischer Riecher immer noch sensibel genug ist. Denn eine treuhänderisch deponierte Prognose stimmte zu 80 Prozent mit den Wahlresultaten überein. Wer es nicht glaubt, dem liefere ich gerne den Nachweis. Und sagen Sie jetzt nicht, die Voraussage war doch einfach.

Dennoch gilt unabhängig von meinen Präferenzen der Grundsatz: Vox populi, vox Dei (Stimme des Volkes = Stimme Gottes, na ja, wer's glaubt.). Demokratie lebt nun mal von der Vorstellung, dass wir auch uns befremdende Ergebnisse zur Kenntnis nehmen und akzeptieren sollen.

Vor allem reihen wir uns jetzt nicht auch noch in die Kohorten und Centurien jener Leute ein, welche weitere vier Jahre lang lang, je nach Eigenniveau, nörgeln, mäkeln, granteln, maulen, meckern, mosern, nölen oder gar herumpöbeln. Denn diese Leute beleben bloss die Frage, ob sie es denn besser gekonnt hätten, ja überhaupt gewählt worden wären und wenn doch, ob sie auch reüssierten?

In diesem Sinne: Seien wir grossmütig. Lassen wir die gewählte Heeresleitung beweisen, dass die neuen und bisherigen Wagenlenker, ja klar, die Lenkerinnen auch, die Geschicke Bruggs steuern können.

Denn was wir gar nicht mehr goûtieren möchten, wäre eine Exekutive, welche die peinlichen Querelen der Ampelkoalition oder die gegenwärtigen rot-grünen Händel Made in Germany imitiert.


Kommentare (1)

Ueli Keller am 30.11.2025 16:21

Warten in einem Zwischenraum: Wo das Alte nicht mehr geht, und das Neue noch nicht steht. - Als überzeugt parteilos engagierter Politiker bewege ich mich in vielerlei Hinsicht in einem solchen Zwischenraum. Dazu habe ich heute bei den «Pioneers of Change» folgendes Zitat aufgeschnappt: «Geduld ist nicht nur die Fähigkeit zu warten. Es geht darum, wie wir uns verhalten, während wir warten.» (Joyce Meyer)

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