Region Brugg

Wahlen Stadtrat und Stadtammann:
Neue Leute in der politischen Garküche?

Am 30. November 2025 ist es wieder einmal soweit. Die Stadtexekutive wird neu zusammengestellt. Drei von den acht Mitbewerbenden werden dann in der politischen Garküche nichts oder nichts mehr zu köcheln haben. Gegenwärtig wird freudig spekuliert, wer das sein könnte.

Aber da mache ich nicht mit. Jedenfalls nicht öffentlich. Prognosen bleiben unter Verschluss. Blamieren sollen sich andere. Spekulationen überlasse ich generell jenen Medien, die nicht selten genug, Bericht und Kommentar vermengen. Also, Schweig' stille, mein Herze!

Wir wissen lediglich, welche mehr oder etwas weniger geeigneten Personen und Persönlichkeiten - ist ja nicht dasselbe - mit plakativen Werbegesten und gleichartigen Hohlformeln versuchen, ihre Stellung in der Küchenbrigade des neuen Kochstudios zu wahren oder noch zu finden.

Neutral und genderfrei formuliert werden das ein «Chef de Cuisine» (Küchenchef) und ein «Souschef» (stellvertretender Küchenchef) und die «Chefs de Partie» (Station-Chefs) sein. Sie sind für die Finanzen, Soziales, Bauwesen, Verkehr und vor allem Sicherheit und anderes mehr verantwortlich. Wir hoffen nun, dass sie es mit «bon goût» und vor allen mit den richtigen Zutaten auch tun.

Sie entschuldigen, wenn ich hier die Namen der Bewerber (generisches Maskulinum)  nicht mehr wiederhole. Es sollte mittlerweilen bekannt sein, wer es wagt, für die nächsten vier Jahre in der Hitze und Hetze des Kochbetriebes zu arbeiten, obschon das mit den vielen Köchen und dem berüchtigten Brei allen klar sein dürfte.

Was die Sitzansprüche im Stadtrat proportional zur Wählerstärke betrifft, sei nur dies in der Reigenfolge des Anspruches bemerkt: Je 1 Sitz: FDP, SP, SVP. Danach die Teilansprüche der Grünen, der Mitte, Grünliberalen und der EVP. Genaueres finden Sie links im Beitrag «Stadtrat und Stadtammann: Spekulatives aus der Politküche».

Bleibt also noch die allgemein favorisierte Persönlichkeits-Wahl-Variante (PWV). Sie favorisiert Leute, die in der Ratsküche mit Rezeptkenntnissen, freundlichem Erscheinungsbild, rhetorischem Talent, Durchsetzungsvermögen und mit gediegenen Kenntnissen und Plänen für das politisch Denk- und auch Machbare aufwarten.

Ob dieser Wunschkatalog die Rauchschwaden sanfter, um die Häuser wabernder Zweifel wegblasen wird, soll hier nicht vertieft werden. Und schon gar nicht will ich mich über Qualifikationen und Bekanntheitsgrade im Einzelfall äussern.

Denn man sollte weit eher daran erinnern, wie herausfordernd, belastend und nervenzerrend so ein Exekutivamt sein kann. Es werden da Personen der ausführenden Gewalt von Leuten kritisiert, die selber wahrscheinlich nicht einmal gewählt worden wären, geschweige denn ein solches Amt kompetent ausübten.

Da möchte man gern absehen von den Antrieben wie Neid, Glücklosigkeit, Besserwisserei, Ideologisches von JUSO bis AfD, und in dem Fall - «Beati pauperes spiritu» - von einem exquisiten Mangel an Denkvermögen und Hirnleistungen.

Was auch immer, es gilt: Neues Spiel, neue Chancen. Die Würfel werden geworfen sein, und man hofft, dass die Köchinnen und Köche nicht mit Bratpfannen um sich schmeissen werden und mit den 5K-Adjektiven einer geplegten Politik aufwarten, dies namentlich konkordant, konstruktiv, kollegial, kompromissbereit und dennoch kämpferisch für die Sache.

Denn eines ist sicher. Man hat eindeutig genug von weiteren Konflikten und teilweise ergebnisarmen Endlosrunden.


Kommentare (1)

Beat Schirmer am 23.11.2025 10:24

Und die Hoffnung stirbt zuletzt, dass alles besser wird. Den passenden lateinischen Spruch dazu kenne ich nicht, wenn es überhaupt einen gibt.

Kurze Antwort, lieber Beat
Doch den gibt es, nämlich: "Dum vita est, spes est." Solange es Leben gibt, gibt es auch Hoffnung. Nur die Toten haben keine. Das hat schon Theokrit im 3. Jahrhundert v. Chr. gedacht. Auch im römischen Imperium machte der Satz die Runde. Warum soll er also auch nicht für Brugg als Nachbar des römischen Legionslagers gelten?

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