Querbeet

General-Anzeiger Brugg und Rundschau:
Querbeet
«8. Mai 1945»

Ausnahmsweise soll es an diesem besonderen Gedenktag etwas historisch und politisch werden.

Am 8. Mai 1945 unterzeichnete Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel (Lakaitel), Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, die zweite, ratifizierende Kapitulations-urkunde und damit das Ende des Deutschen Reiches des Gröfaz Hitler, der sich wie Goebbels und später Himmler durch Suizid der Verantwortung entzogen hatte. Grosskotzdeutschland lag in Trümmern. Aber das Land war frei für so etwas, was es in Weimar nur kurz gekannt hatte, die Demokratie.

Und nun, nach 80 Jahren? Erstaunliches geschah. Man hat es geschafft, aus dem Untertanenstaat der Obrigkeitsgläubigen, zumindest für einen Teil des Landes, eine föderative und repräsentativ-demokratische Bundesrepublik auf die Beine zu stellen. Und mit nachdrücklicher alliierter Hilfe, die res publica wieder in die Köpfe und Hände der Bevölkerung zu legen.

Hört man hin und wieder «Deutschlandfunk», dann sind es in diesen Tagen neben dem Demokratieverständnis meistens sechs Themen, welche das wiedervereinte Land herumtreiben und endlos debattieren lassen: Arbeitskräftemangel, Armut, Bundesbahn, Bundeswehr, Migration und variantenreich die Renten.

Fast hätte ich die Nummer 7 vergessen, die AfD, Akronym für «Amateure für Deutschland» oder «Armleuchter für Deutschland», um nicht weniger kultivierte Nomen verwenden zu müssen. Aber Sie werden jetzt einwenden, das seien doch Patrioten. Was soll daran falsch sein? Eigentlich nichts, das bin ich auch, bisweilen sogar ein Matriot. Nur gefällt es nun mal weniger, wenn Vaterlandsliebe ein forciert chauvinistischer Nationalismus und eine akzentuierte Xenophobie beigemischt wird. Und schon gar nicht können die faschistoiden Spurenelemente begeistern.

Überhaupt nicht erfreuen zudem der dauergehässige Ton, die unterschwellig latente Gewaltbereitschaft und das Gedröhne und Getöse an Demos der entsprechenden Szene. Da mangelt es fundamental an Comment, Konsens- und Kooperationswillen. Dagegen fehlt es denen nicht an ziviler Tarnung, denn sie treten ja im Bundestag immerhin nicht in Braunhemden auf. Das war vor 1945. Aber noch einmal, auf keinen Fall.


Nachtrag

Das Urteil des bundesdeutschen Verfassungsschutzes (Inlandgeheimdienst) vom
2. Mai 2025 ist deutlich. Die
 AfD gilt als «gesichert rechtsextremistische» Partei. Und ganz sicher schon gar nicht als Bijou der Nation.


Kriegsende in der Schweiz

Dieses wurde am 19. August 1945 mit einer Fahnenehrung gewürdigt. Zu sehen sind von rechts unzensuriert General Guisan mit kleiner Zigarre, der Bundes-präsident Eduard von Steiger und die Bundesräte Karl Kobelt und Enrico Celio. Ein Bild aus einer anderen Zeit, als die Herren noch angemessen gekleidet waren, und die Offiziere noch Képis trugen.


Bulletin 26 080525

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