Kritik

Was ist bloss los?

Ja, in der Tat. Was ist da bloss los in diesen launenhaft schwankenden und inkonstanten Zeiten?

Und da denke man jetzt nicht nur an das, was täglich toxisch oral aus dem Oval-Office quillt. Und auch nicht an die Lügen-Kaskaden hinten den Kreml-Fassaden. Bei weitem nicht.

Auch im Alltag scheinen da etliche lose Schrauben ihre Fassung zu verlieren. Oder finden Sie es gesund, wenn etliche Passanten an Ihnen vorbei traumwandeln, den Blick starr auf ihre Smartphones gerichtet, die sie beidhändig befingern, als gelte es, Sekunde um Sekunde dem Schicksal Unerreichbares abzutrutzen?

Was suchen die da überhaupt? Den Drei-Akkorde-Musikschrott der Privatsender und des ESCs? Kosmetiktipps und Brustimplantate für Hoffnungslose? Letzte spirituelle Erleuchtung? Ich weiss es nicht, und habe die auch nie gefragt. Und wenn ich es trotzdem täte, erntete ich bloss ein intelligenzgeprägtes «Hää, was isch los? Häsch Problem?»

Natürlich weiss man, was los ist. Man versteht, wenn unter den Autistenklammern (Kopfhörer) suchtimprägnierte Handyabhängige stecken, die ohne Smartphone extrem nervös werden, Phobien kriegen, im Pyjama auf die Strasse laufen oder gar in Panik ihr Hemd zerreissen. Und immer wollen sie gleichzeitig überall dabei sein, sind aber nie wirklich präsent.

So murmeln sie dann täglich das Hohe Lied der Belanglosigkeiten der Dauer-telefonate und bedauern die Crux der Isolation und Vereinsamung. Ist es Konzentrationsmangel oder Verblödung? Sind es Angst und Depressionen ohne Handy, z. B. wenn es zu Hause vergessen wurde, ein Gespräch, ja gleich das ganz Leben zu versäumen; um dann dem Horror zu erliegen, von einem sozialen Netzwerk, überhaupt vom Leben abgeschnitten zu sein? Ja und so sehen sie dann teilweise auch aus. Oder schlicht doof und bedeutungslos.




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