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Dies irae, dies illa,
Solvet saeclum in favilla.

«Tag des Zornes, jener Tag, an dem die Welt zu Asche zerbröselt.»
Gut, das wissen wir jetzt. Die Weltlage ist etwas angespannter als auch schon, und man hat valable Gründe genug, zornig auf eine Reihe von Despoten zu sein; und diese subito auf eine Pfefferplantage zu spedieren ... als Zwangsarbeiter.

Leider bleiben auch Vergeltungs-Hoffnungen auf ein Jüngstes Gericht eine Illusion. Allerdings verdeutlicht das Requiem-Zitat markant den gegenwärtigen Stimmungs-Sachstand. Es wird geflucht und verwünscht, wie seit Jahren nicht mehr.

Andere wiederum schweigen. «Ignorien, gar nicht erst hinsehen», heisst ihre Devise. Die Namen sind ohnehin bekannt und stehen für Anmassung, Arroganz und partiell auch für Abschaum. Könnte ein Grund sein, pessimistisch zu verstummen.

Blendet man allerdings historisch zurück, dann dämmert tröstliche Erkenntnis. Denn so manches mehr oder weniger Tausendjährige Reich plus UdSSR sind elendiglich zu Grunde gegangen. Dies in der Regel mit ihren Usurpatoren.

Müssig ist es auch, sie noch einmal aufzuzählen. Vielleicht erklären wir das alles noch am besten mit Gangstertum, Egomanie und mangelhaften ökonomischen Kenntnissen.

Oder wir zitieren unoriginell Hamlet: «The time is out of joint; O cursed spite! That ever I was born to set it right!» (Die Zeit ist aus den Fugen: O verfluchte Bosheit, dass ich zur Welt kam, sie wieder herzurichten.) Das dürfte allerdings in diesen Zeiten des Zornes ein wenig schwierig werden.

Zum Bild: The Great day of his wrath - Der große Tag seines Zorns (Römer 2,5). Gemälde von John Martin (1789-1854)


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