Kritik

«Where is the cat?»

Ja, wo ist sie bloss? Jaguar will mit einem neuen Logo überzeugen, das aussieht wie das Label einer Edel-Schreinerei, einer Bäckerei für glutenfreie Brötchen oder ev. für eine Modeboutique in Burkina Faso.

Sagen Sie mir, wofür in aller Welt soll das da werben? Für einen neuen Eau de Parfum-Duft, für ein Veganer-Restaurant oder ein Film-Studio? Wir wissen es nicht. Wir wissen auch nicht, was für einen Wahn die Kampagne-Agentur heimgesucht hat, sich eine solch glattgesichtiges Unter-gangsszenario auszudenken. 

Die Reaktionen sind harsch. Und sie sind es einhellig. Kaum eine applaudierende Geste, selten eine freundliches Wort. Niemand jubiliert. Schlimmer noch: Man habe offenbar entschieden, die Marke umzubringen. Sie ruhe in Frieden. Für die Jaguarfreunde folgen hier jetzt ein paar Zitate.

Heftige und höhniche Sentenzen sind zu lesen: «Verkauft ihr auch Autos?» Oder anderswo: «Gratuliere, ihr habt eine britische Ikone erlegt.» Einer will gar wissen: «Stellt ihr jetzt Lippenstift oder laktosefreien Joghurt her?»

Auch professionelle Werbeleute stöhnen auf: «Das ist die Ästhetik einer gewöhnlichen Kosmetikmarke mit einem Mugler-Filter und pompösem Grössenwahn. Die haben jahrzehntelangen Markenwert, Loyalität und Erbe weggenommen und auf einen Schlag zerstört.»

Will sich JAGUAR von seinen heissen Modellen verabschieden, läuige Schwachstrom-Fahrzeuge produzieren und seine Zukunft für bunte und mit Full-Woke-Quoten-Menschen gestalten, wie weiland in einer sterilen Fashionshow in Mailand?

Zu hoffen ist, dass «Jaguar das Ruder ganz schnell wieder herumreissen, und die unfähige Agentur feuern wird, auf deren Mist diese Brand-Amputation gewachsen ist. Falls das nicht sofort passiert, spätestens dann, wenn die Kunden mit den Füssen wählen und keine Jaguars mehr kaufen.»

Ich ergänze kurz: Der Raubkatze wurden die Zähne gezogen. Sie soll künftig Bircher-müesli mümmeln und zur ersten veganen und woken Automarke mutieren. Was also bleibt von der Katze? Ein Schmusebüsi im Körbli? Ein Kotau mehr vor dem gerade mal wieder akuten Mode-Mainstream? Die Frage bleibt konsistent: «Where is the cat?»


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