Querbeet

General-Anzeiger Brugg und Rundschau:
«Querbeet» vom 14. November 2024
«Yoga»

Der Yoga (m) hat Konjunktur, wie generell Esoterik. Mit dieser hat aber jener so wenig zu tun wie eine Brillenschlange mit Kurzsichtigkeit oder die Mafia mit Wohltätigkeit.

Der Yoga? Was ist er? Ein wohlstandsgenerierter Modehype, ein New-Age-Psycho-dings mit vertrackten Körper-Positionen und nicht eben einfachen Atemübungen?

Ja auch, aber nicht nur. Sagen wir’s so: Wem er hilft, sein Seelengestrüpp lichten zu können, sollte als Yogi nicht getadelt werden. Es sei denn, man macht bloss mit, um nach Aerobic, Pilates oder TôsôX mit Yoga in der Location-Szene à jour zu bleiben. Und weil es die beste Freundin auch tut, um auf dem Highway ins Tal der Erkennt-nisse instanterleuchtet zu werden.

Ob diese Eifrigen mit hinduistischer Spiritualität etwas an ihrem Yoga-Outfit haben, darf aber schon kurz befragt werden? Und sind sie auch vertraut mit Pranayama und Patanjali? Kennen sie das Bhagavad Gita und die Upanishaden?

Eigentlich müsste man das schon ein wenig. Tun sie aber in der Regel nicht. Mon Dieu, sowas würde aber schon an Belesenheit grenzen und von der Absicht zeugen, nicht zu den Social-Media-Bildliwischern zählen zu wollen; und schon gar nicht als Mainstream-Mitschwimmer zu gelten.

Oder rabiater gesprochen: Man möchte nicht dem irrationalen Haufen von Rechts- und Einfach-Gestrickten oder echten Vollidioten zugeordnet werden, die notorisch jedes eigene analytische Lagebild verwerfen und nie wissen, wann mal Schluss ist mit Tunnelblick, Eigensinn und wokem Sensibilitätsgesäusel.

Positiv dies: Hätte mir allerdings Yoga damals helfen können, existentielle Klarsicht zu gewinnen, ich wäre sofort dabei geblieben. Hat er aber nicht. Fazit: Muskelkater, Rückenschmerzen und progressive Nervosität.

Seither genügen meist Hinsetzen und Nachdenken; vor allem aber das mit den heiligen ewigen Wahrheiten hübsch bleiben lassen. Wie sagt ein chinesischer Grossmeister? «Offene Weite – nichts von heilig.» Oder Meister Junmen im Bi-Yän-Lu: «Tag um Tag ist guter Tag.» Das mit oder ohne Yoga und trotz Trump. 


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