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Arrangiert man sich?

Wohl kaum jemals gewöhnen wird man sich ans «Blitzend Gewölk» der Götterdämmerung in den USA oder an die Kollision mit der Schrott-Ampel. Etwas anderes als distanzierte Kritik bleibt uns auch gar nicht übrig.

Man wird mit dem AZ-Kommentator Bojan Stula «die leichtfertig verspielte historische Chance bedauern, welche das Zusammenspannen der sozialen, ökologischen und wirtschaftsliberalen Kräfte hätte bieten können.»

Aber offenbar kann man das in Deutschland noch immer nicht so recht. Gut, bis 1945 war Demokratie, einmal abgesehen von Weimar, keine gelebte Usanz, konnte es gar nicht sein. Ich denke, bei den Leuten. Begriffe wie Kompromiss, Konkordanz, Kollegialität und Koalition hatten da keine Tradition. Und es scheint, da hapert es im politischen Blutkreislauf immer noch ein wenig.

Ob da gemäss Herrn Stula «ein Export unseres direktdemokratischen Systems wirklich anmassend ist» würde ich gerne bestreiten. Denn etwas mehr schweizerisch diskreter Gestaltungswillen, statt publikem Schmierentheater mit Begriffen, die wie auf Kothurn daherscholzieren, wären der Bundesrepublik schon zu gönnen. Vor allem aber, dass Parteien, wie die AfD und jene putinophile der Frau Wagenknecht, in ein paar Jahren als Halloween-Spuk verstanden sein könnten. Aber klar, die hören nicht auf uns.

Im Kontext dieser Vorgänge muss man sich unwillkürlich fragen, wo man selbst steht; und was man denn politisch eigentlich sei. Links- oder rechtsliberal? Links- oder rechtskonservativ? Oder halt doch nur links oder eben rechts? Aber ganz sicher nicht links- oder rechtsextrem. Auch nicht dünkelgrün oder auf flachen halbgrünen Wiesen spazierend.

Sagen wir es so: Ich stehe auf dem festem Grund und bewege mich im armierten Gebäude unserer Demokratie-Architektur; vor allem aber bin ich wenn immer möglich radikalrational.

Da wird man die Sirenenklänge der Ideologien und das Geraune der Religionen mit Vor- und Nachsicht behandeln und die «unerträglichen Egomanien» (Stula) der jüngsten Tage als das sehen, was sie sind: Lächerlich und für die Zukunft wenig inspirierend. Und sich da einfach zu arrangieren, sollte man einfach bleiben lassen.


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Mit den düsteren Aussichten? Hier geht's zum vollständigen und ausführlichen Kommentar von Pirmin Meier.

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