Kritik

Platon lässt grüssen.

In der «Querbeet»-Kolumne des General-Anzeigers für die Region Brugg traf der scharf geschliffene Pfeil des ehemaligen Radio-Journalisten Peter W. Frey einmal mehr ins Schwarze. Ja, warum denn?

Er hat da nämlich geschrieben, dass die Social-Media wie Instagramtiktokfacebook-snapchatdiscordtwitchpinterestberealx ein «Flutbecken für übellaunigen Miesepeter, Kritikaster, Maulhelden und Besserwisser» wäre. Erinnert eine wenig ans Höhlen-gleichnis von Platon.

Da hätte ich allerdings auch ein paar hübsche Pejorativa parat. Jauchegrube und Klärbecken zum Beispiel. Aber ein Restbestand an guter Erziehung hemmt mich da ein wenig.

Sie hätte mich vielleicht trotzdem von Sumpf und Kloake schreiben lassen, wenn drastische Worte je etwas bewirken würden. Aber dann trifft der Verfasser gleich noch einmal ins Schwarze, wenn er «Missgunst, Neid, Bösartigkeit, Lügen, Hass» auflistet, «die sich im Netz verbreiten.» Und sich da zugleich verheddern, möchte man beifügen.

Sollte es Ihnen gleichwohl in einem Anfall von Pädagogik noch einfallen, auf solch unreflektiertes Wortgewimmel mit faktenbasierten Aussagen rational zu kontern, ich bitte Sie, lassen Sie es bleiben. Wut und Blödheit entfalten sich schäumend in eigenen Blasen, in Gummizellen, in denen sich die Krakeeler auch noch wohl fühlen, weil sie glauben, das sei nun die Welt.

Dabei ist es bei denen bloss eine Welt ohne Weltsicht. Oder in Abwandlung von Peter Freys Verdikt: Die haben von allem nur eine Ahnung, aber zu nichts ein solides Wissen.

So trampeln sie auf allem herum, von dem sie nichts verstehen und verstehen nicht, wenn man sie zu guter Letzt einfach ignoriert. Generell gesprochen: Wer da mitmacht, fällt ausser Acht. Schade, gibt es die Reichsacht nicht mehr.


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