Satiren

NZZ: Kein verstaubtes Vokabular
bei der «Alten Tante»

Ein Besuch bei der «Alten Tante» lohnt sich immer. Die NZZ ist nämlich bei genauer Lektüre eine Fundgrube neuer und zumeist nun doch ziemlich origineller Sprachschöpfungen. Hier allein schon die Ernte vom 26. März 2024.

Kann sein, dass sie nicht jedemann staunen lassen.

So etwa die Ortung des eigenen politischen Standort: «Weder lechts noch rinks». Und an gleicher Stelle, wo man von der «Instagrammisierung», vide Infantilisierung auf dem Politglatteis die Nase so voll hat, dass dagegen ein Schnupfen nur als leichte Unpässlicheit wahrgenommewn wird. Oder betrachten Sie kurz die «Klientelpolitik», welche den Empfängern auf dem Asozialmedium X ein x für ein u vorzumachen trachtet.

Das versucht auch der chronische Cheflügner vom Kreml, den aber sein «Wolfs-grinsen» permanent entlarvt und uns zeigt, was er ist, nämlich ganz einfach ein Krimineller und Kandidat für den 9. Höllenkreis Dantes, direkt platziert neben dem Gott-sei-bei-uns im ewigen Eis, das er als Russe ja schon kennt.

Wohl kaum landen dort aber die Schöpfer der flachbedachten und phantasieflachen «Crèmeschnitten-Häuser-Architektur» der Neubausiedlungen, sondern eher im Purgatorium, wo sie in den Grundbegriffen der Ästhetik nachgeschult werden, bevor sie dann in den Parnass hochsteigen, um dort von Brunellesci, Bramante oder den Schweizern Beretta und gar von Le Corbusier eventuell gar nicht empfangen zu werden.

Ein besonderes Vokabular offerieren uns die Sportreporter-(Knall-?)Chargen. Da tönen dann aus den Fussballstadien Worte wie «Torbeteiligungen» und «Seitfall-zieher»; oder einem Tschütteler aus dem Balkan wird die «Rolle als Edeljoker» verpasst.

Auch sehr hübsch ist die Metapher «Stumpf wie ein sibirischer Walenok» (Filzstiefel). Und in diesem Kontext darf auch die Wirkung von TV-Serien nicht fehlen, wie etwa in «Derrick», die als «Passepartout deutscher Serienbedürfnisse» gedeutet werden.


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