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Zum 3. Advent

Die Bundesratswahlen sind vorüber. Die Medien hätten sich mehr Dramaturgie gewünscht. Aber die Nation bleibt trotzdem trutzig stabil. Man kann sich wieder spirituelleren Themen zuwenden. Damit meine ich nicht Okkultes, Esoterisches, Metaphysik oder etwa Spirituosen.

Obschon: Nichts gegen einen 21-jährigen GlenDronach Single Malt, wenn er nur nicht so fruchtbar teuer wäre, und man sich genötigt sehen müsste, sich den Irrationalitäten der Landeslotterie auszuliefern. Ob ein vorweihnachtliches Gebet um pekuniären Segen uns weiterhülfe, glaube ich nicht. 

Und auch das Sozialamt hätte vermutlich kein Gehör für einen unbotmässigen Wunsch auf Staatshülfe wie diesen. Überhaupt Wünsche. Warum explodieren die unsinnigsten Begehrlichkeiten ausgerechnet im fromm sich gebenden Advent, in der Zeit der Besinnung und Einkehr? Und was soll man dazu noch sagen? Hamlet weiss es: «O, horrible! O, horrible! most horrible!»

Kein Einwand. Die kommerziellen Adventsexzesse zählen nun mal zum langweilenden Allgemeinwissen und sind folglich keines näheren Studiums wert. Ignorieren und gar nicht erst hinsehen? Oder wieder Hamlet: «The rest is silence.»

A propos stille Einkehr, Esos und Okkultisten, da gibt's ein wunderbares, erhellendes Zitat von Theodor W. Adorno: «Okkultismus ist die Metaphysik der dummen Kerle.» Und Politik? Was, schon wieder Shakespeare? «The Comedie of Errors?»


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