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25 Fragen über Gott: Ein paar Antworten

Originelle Köpfe sind rar. Einer heisst Sven Michaelsen. Er offeriert im NZZ Folio unter dem Rubriktitel «25 Fragen über Gott» Anregungen zu weiteren aphoristi-schen Antworten und Gegenfragen. Genau das werde ich jetzt tun.

Frage: Was würde Gott zur Evolution sagen?
Seine Antwort: Ja gut, das mit der Rippe von Adam finde ich im Nachhinein nicht eben sehr originell. Aber die Resultate lassen sich im Allgemeinen doch sehen.

Frage: Hat Gott auch Momente, in denen er Trost bräuchte?
Antwort: Ja sicher. Aber von wem denn? Von Gilgamesch und der Göttin Aruru? Oder vom Leviathan? Oder vielleicht sogar von Kollege Allah? Und von Nietzsche als Berater?

Frage: Ist an Gott glauben zu können so etwas wie musikalisch sein?
Antwort: Unbedingt, wenn ich hier auf Bach-Kantaten verweisen darf.

Frage: Ist die Vorstellung einer Auferstehung der Toten die grösste menschliche Phantasieleistung?
Antwort: Nein. Denn eine ist noch grösser. Jene vom «Jüngsten Gericht». Schön wär es ja, wenn zum Beispiel die Entourage im Kreml drankäme.

Frage: Verbringt Gott zu viel Zeit allein?
Antwort: Vermutlich schon. Sein Sohn nagt an der Defaite auf Erden, grämt sich und ist folglich unansprechbar. Der Heilige Geist hat auch keine Zeit. Er ist überlastet, denn er muss täglich erfindungsreiche Theologen korrigieren.

Frage: Wie würden Sie sich kleiden, wenn Sie noch heute vor Gott zu treten hätten?Antwort: Ich tät's im Stresemann.


Nachtrag zur Auffahrt

Bulletin 242 170523

Bildquelle: Fritz Kamer


Bildkommentar des Einsenders: «Am letzten Freitag (12.05.23) wollte ich das wunderschöne Maiwetter fotografisch für die Nachwelt festhalten. Erst nachträglich habe ich festgestellt, dass unserem Herrn Jesus Christus die Dauerwetterlage auch nicht mehr behagte, und er deshalb seine Himmelfahrt vorverlegt und bereits angetreten hatte. Wer findet ihn?»


Kommentare (1)

Ueli Keller am 18.05.2023 10:01

Endlich und ohne Ende sein
Energie ohne Ende.
Materie ohne Ende.
Raum ohne Ende.
Zeit ohne Ende.
Ewigkeit ohne Ende.
Alles ist
in allem.
In allem
ist alles.
Alles und nichts:
Bin ich alles oder nichts?
Ein Teil vom Ganzen:
Endlich sein im unendlichen Sein!

(Text zum 'Universum' für DAS BLATT vom Mai)

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