Querbeet

General-Anzeiger Brugg und Rundschau:
«Querbeet» vom 24. November 2022
«Männer»

Vorurteile sind Urteile mit unbedachtem Vorlauf. Ein Klassiker: «Männer reden ungerne über Gefühle, und selten über ihre eigenen.»

Oder noch ungerechter: «Männer denken nur an das Eine, und selten nur an die Eine, ‹die Herrlichste von allen› (frei nach Chamisso/Schumann).» Weitere Präjudizien sind: «Männer saufen, raufen und laufen drei Wochen lang in den gleichen Socken von Bar zu Bar. Männer haben feste Meinungen über Fussballerinnen, Nationalrats-Präsidentinnen und Feministinnen generell.»


Oder aus deren Nähkästchen:  Männer seien erotische Betonmaschinen, eine torpide Muskelmasse mit dem taktilen Feingefühl eines Walzwerkes und dem Intellekt einer Sparlampe, für die sporadisch der Strom ausfällt.

«Alles Unsinn», knurren die Herren der Erschöpfung. Sie hätten sehr wohl Gefühle, gehen aber mit ihnen nicht ins nächste Tea-Room zur Schnatter-Jeremiade à deux. Nebenbei: Gibt’s die überhaupt noch? Diese holzgetäferten Etablissements, in denen meist Frauen bei Tee und Kuchen ihr Leid über den untauglichen Geschirrspüler und ihre noch untauglicheren, hölzernen Männer beklagen konnten, die nie antworteten, wenn man sie frage, was sie gerade denken und ob sie einen noch lieben.

Wenn Männer über ihre Gefühle sprechen, dann schreien sie nicht wie eine hände-verwerfende und hyperventilierende Totalverknallte in einer der US-Liebeskomödien (Aniston/Sandler): «Huu, ich bin ja so aufgeregt … ooch … er ist ja so süüss… ich bin verliebt … ja doch … diese Schmetterlinge im Bauch … ich krieg kaum Luft … die bringen mich noch um meinen Verstand.» Um unseren auch.

Sondern unser Mann gesteht harzig: «Ja vielleicht … irgendwie … also ja … ich bin … ich weiss nicht … würde schon gerne … komm, reden wir lieber über den ‹Equalizer› mit Denzel Washington.» Männer verpassen ihren Gefühlen präventive Schutz-blachen.

Wenn sie über ihre Gefühle reden, dann verlieren sie keine unnötigen Worte, denken schon auch mal an das Eine, je nach Testosteronpegel. Täten sie es nicht, sie empfänden ihr Leben als sinnlos und langweilig. Und noch etwas: Die Socken: Sie tragen nur zwei Wochen lang die gleichen.


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