Querbeet

Magdeburg 1631 in Mariupol 2022

Seit mehr als 30 Tagen wüten die apokalyptischen Horden aus dem Osten mit Terror und Horror recht- und sinnlos in der Ukraine.

Naheliegend ist es, sich an das 24. Sonett von Andreas Gryphius zu erinnern, in dem er den Horror des 30-Jährigen-Krieges beschreibt.


Thränen des Vaterlandes

Anno 1636.

WIr sind doch nunmehr gantz / ja mehr denn gantz verheeret!
Der frechen Völcker Schaar / die rasende Posaun
Das vom Blutt fette Schwerdt / die donnernde Carthaun /
Hat aller Schweiß / und Fleiß / und Vorrath auffgezehret.

Die Türme stehn in Glutt / die Kirch ist umgekehret.
Das Rathauß ligt im Grauß / die Starcken sind zerhaun /
Die Jungfern sind geschänd’t / und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer / Pest / und Tod / der Hertz und Geist durchfähret.

Hir durch die Schantz und Stadt / rinnt allzeit frisches Blutt.
Dreymal sind schon sechs Jahr / als unser Ströme Flutt /
Von Leichen fast verstopfft / sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig ich noch von dem / was ärger als der Tod /
Was grimmer denn die Pest / und Glutt und Hungersnoth
Das auch der Seelen Schatz / so vilen abgezwungen.


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Sprichwörter neu erklärt

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Immer wieder muss man gewärtigen, das Sprichwörter falsch zitiert werden. Hier ein paar akute, zurechtgerückte Beispiele.

Die Axt im Haus
entsetzt den Zimmermann.

Der Krug geht zum Brunnen,
bis dieser trocken ist.

Auch ein blindes Huhn
landet mal im Topf.

Auch ein blindes Huhn
kriegt einen Kropf.

Bellende Hunde
beissen auch.

Der brave Mann denkt an sich,
selbst zuletzt.

Der dümmste Bauer hat
eine kluge Bäuerin.

Der Klügere
gibt nach und einen aus.

Der Weg zur Hölle
fällt mit guten Absätzen leichter.

Die Karten und die Kanne
hauen so manchen in die Pfanne.

Die Zeit
feilt an allen Wunden.

Wer anderen eine Grube gräbt,
kriegt Muskelkater.

Wenn zwei sich streiten,
wird sich das verbreiten.

Wer austeilt,
muss erst mal was einstecken.

Wer den Schaden hat,
braucht keine neue Sorgen.

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