Home

Bulletin Nr. 204: «Nun halt doch»
Ein Leidartikel

Es gibt Dinge und Wesen, die gäbe es besser nicht. Ihn zum Beispiel, diese Inkarnation frostiger Trostlosigkeit, die uns auch dann nicht berührte, wenn er nicht getan hätte, von dem er glaubt, es jetzt erst recht tun zu müssen. Sie wissen nicht, wer gemeint ist? Sie kommen schon noch drauf.

Und Sie haben Recht, es gibt zudem Wünsche, die sich nicht erfüllen. Denn es existiert nun auch doch der Gedanke an jene Kugel, die den richtigen Weg zum Ziel findet; es lebt jene Vision von jener Sprengladung unter dem Diktatorentisch, die dem Tyrannenmord Nachdruck verleiht; oder es besteht die Vorstellung von VX oder Rizin im Abendwodka.

Das Unwesen fände dann innerhalb von Sekunden sein Ende, und wir vermutlich einen ruhigeren Schlaf. Es sei denn, ein noch Ruchloserer übernimmt den Laden und verleiht der Wortwahl zu solchen Schandtaten ungeahnten Auf(t)rieb und für uns ein paar Synonyme mehr. Was hat man da nicht schon alles über den noch Lebenden gelesen? Hier ein provisorische Liste.

«Imperialistischer Lüstling, aus der Zeit gefallener Diktatoren-Imitator, Schmieren-komödiant, Hitlers fauler Zauberlehrling, ein **Hoteltelefonist und -repressionist.
Historiker mit Dorfchronisten-Kenntnissen, krimineller Autokrat, sagenhafte Dumpfbacke, Kunsthonigproduzent, politisches Pirelli-Kalender-Modell, Thorax-Exhibitionist, Weltanschauungs-Stabmixer, Commendatore einer Trollfabrik.

Der Wahnsinnige vom Kreml, Verwalter der Leere, ein Dieb und Kleptokrat im Weltformat, der Realität entfremdeter Paranoiker, Reenactor der Sowjetzeit, Wahlfälscher, orthodoxer Pseudokirchgänger, Klingone der Weltmacht, Dostojewski-Fehlinterpretator, Iljinolist mit Illusionen, Absturzkandidat für Den Haag, erbärmlicher Halunke, Appeasement-Rattenfänger, Zweiter Eiserner Vorgangbediener.»

Die Liste könnte man ad libitum weitergeführen. Selber kann ich mich beherrschen. Über ein künftiges Nichts zu schreiben ist schwierig, wenn nicht unmöglich.

Nur dies noch als Echos aus dem Bekanntenkreis: Da fragt jemand, ob der Kerl überhaupt einen Blutkreislauf hat oder als eiskalter Logiker doch nur vereiste Kühlröhren? Ja, und warum denn wirklich nirgends ein Graf Stauffenberg in Sicht sei oder ein 007? Eine Dame spricht überdies von einem sehr unappetitlichen Organ.

Zum Schluss noch ein Rätsel. Warum sollte man im Russland des Despoten unter keinen Umständen «La-la la-la la-la la-la» singen? Ist offenbar lebensgefährlich.


Kommentare (2)

Gustav A. Lang am 08.03.2022 22:48

Vor Julius Caesar waren im alten Rom Diktatoren auf sechs Monate beschränkt - das war weise, leider nicht für immer! Die weitere Weltgeschichte hat's mehrfach bewiesen.

Marianne Baltarelli am 06.03.2022 16:05

Die Ukrainer wollen den aggressiven Nachbarn zurecht nicht in ihrem Sandkasten mitspielen lassen. Was macht der? Er setzt seine eigenen militärischen Sandkastenspiele in echte Kriegshandlungen um, um doch noch "mitsändelen" zu können. Dabei vergisst er, dass er früher oder später im eigenen Sand landen und stecken bleiben könnte.

img

«Man soll schweigen oder Dinge sagen,
die noch besser sind als das Schweigen.»

16. April 2026

Sagt Pythagoras von Samos (siehe Bildmitte). Volltreffer. Genau meine Lage. Denn Unruhe schwelt im Untergrund. Bin daher alles andere als sicher, weiterhin schweigen zu sollen. Kann vielleicht nicht stillsitzen und möchte hoffen, Besseres als Schweigen anbieten zu können.
Weiterlesen

Heute kein «Querbeet»

9. April 2026

Lea Grossmann schreibt regelmässig für die Kolumne «Querbeet» im General-Anzeiger der Region Brugg und die «Rundschau» für den Ost-Aargau. Sie macht das leidenschaftlich gerne, berät professionell Firmen in Content-Marketing-Strategien inklusive Kampagnen und setzt diese auch um. Hier ihr Text:
Weiterlesen

Jules Bloch (1947 – 2026)
Monument eines «Landjuden» im aargauischen Surbtal

30. März 2026

Am 17. März verstarb mit Jules Bloch ein mit seiner Heimatgemeinde Endingen in einmaliger Treue verbundener israelitischer Mitbürger.
Weiterlesen