Ghostwriting

Bocken, statt Glocken blocken?

Schon Goethe wusste es und lässt seinen Mephistopheles fluchen:
«Jedem edlen Ohr kommt das Geklingel widrig vor.
Und das verfluchte Bim-Baum-Bimmel,
Umnebelnd heitern Abendhimmel,
Mischt sich in jegliches Begebnis,
Vom ersten Bad bis zum Begräbnis.»

Jahrzehntelang hat sich die reformierte Kirchenpflege in Brugg geweigert, auch nur einen Hauch von Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Glockengeläute während der Nacht im Zeitalter der Armbanduhren und Gute-Stuben-Pendülen zu gestatten.

Und siehe, es ward die Erkenntnis gereift: «In der heutigen lauten Zeit macht es durchaus Sinn, wenn wir das Bedürfnis unserer näheren und ferneren Nachbarn nach nächtlicher Stille und Ruhe achten.»

Das war nicht immer so. Als ehemalige unmittelbare Nachbarn eines Kirchturms wissen wir, wovon wir reden. Um es noch einmal und engültig klarzustellen: Uns haben nicht primär die viertelstündigen Hammerschäge in der Nacht vertrieben. Die ev. ref. Kirchenpflege scheint sich weiter eher auf das Vertreiben von Pfarrerin-nen zu konzentrieren.

In unserem Falle also weit gefehlt. Für den Exodus haben vielmehr sekundär und endgültig die nächtlichen Gröhlattacken, Balkangesellschaften und Vespa-Quartier-Rennen trotz REPOL-Interventionen rund um das Bauernsekretariat gesorgt.

Im neuen Stadtteil Schinznach-Bad geniessen wir nun das Gebimmel der beiden Glocken der ev. ref. Kirche, welche Gottesdienste und den Sonntag sanft beschallen.


Kommentare (0)

Ist die SP noch sozialdemokratisch?

img

Diese Frage beantwortet zumindest ansatzweise ein Kommentar auf der Seite KRITIKON. Hier geht's 

Weiter

Wieder im Angebot: GHOSTWRITING

7. März 2026

«Ich habe ja so viel erlebt. Ich könnte ein ganzes Buch schreiben.» - «Ja gut, warum tun Sie es dann nicht?» - «Ja weil, weil … » Warum also? Keine Zeit? Ist Ihnen die Olympiade dazwischen gekommen? Geschäftliches, eine Weltreise, eine Affäre oder ein Golftournier am Loch Lomond?

Da zitiere ich jetzt gerne Schiller aus «Die Räuber»: «Dem Manne kann geholfen werden.» Und der Frau erst recht. Ich hab's ja auch schon ein paar Mal getan. Nämlich:
Weiterlesen