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Im Nachgang:
Advent Nr. 4: Stille und Einkehr?

Karl Oberholzer hat angerufen und wie immer als Präludium adventswidrig geflucht, und zwar derart grob, dass etlichen Heiligen ihre Unterkleider und teilweise auch ihre Heiligenscheine eingefroren sind. Wir verzichten auf Details.

Drei Minuten später ist er dann auf den Schmerzpunkt gekommen. Ob ich denn in der Kantonalprawda den Leserbrief von Herrn Geiger aus Besenbüren nicht gelesen habe?

«Nein, habe ich nicht.»

«Also wo der Mann recht hat, hat er recht!»

«Das freut mich für ihn, aber bitte, warum?»

«Weil er sich über die allgegenwärtige, (obszönes Adjektiv) Musik aus dem Off beschwert. Zum Beispiel zu diesem (anstössiges Adjektiv) SRF Intro. Oder Bundesrat Berset, den man hintergrundberieselt in der (ruchloses Adjektiv) Vorschau zur Tagesschau kaum verstehen konnte. Überall diese (unflätiges Adjektiv) Beschallung.»

«Ja und?»

«Was, ja und? Nix, ja und! In Läden, Restaurants, Fitnesscentern, beim Coiffeur, neuerdings auch beim Arzt, auf den Toiletten, in den Pausen von Konzerten; und jetzt auch noch während der (unsittliches Adjektiv) Verkehrsnachrichten im Radio oder den (unzüchtiges Adjektiv) News im (lasterhaftes Adjektiv) Fernsehen? Wenn das so weitergeht, werden wir auch noch auf dem Waldspaziergang mit diesem (schamloses Nomen) eingedeckt.»

«Aber Karlo, was regst du dich auf? Da hört doch niemand hin. Viel Lärmen um nichts.»

«Ja eben, wozu dann aber dieser (saftiges Adjektiv) Hintergrundlärm, wenn doch eh niemand hinhört? Nicht einmal im Advent kennen diese (unschickliches Nomen) Gnade. Statt Rock- und Pop-Retorte jetzt Jingle Bells, Ihr Kinderlein kommet, Weisse Weihnacht und du und schliesslich auch noch Silent Night. Von wegen Stille Nacht, wenn’s aus allen (sittenloses Adjektiv) Lautsprechern dröhnt und stöhnt. Advent, die Zeit der Stille und Einkehr. Schön wär’s. Aber das ist nichts als (drei unschickliche Nomen).»

«Schon gut, Karlo. Alle Jahre wieder …»

«… kommt der Weihnachtslärm. Ciao, ich kauf’ mir Ohropax.»


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