Satiren
Wäffligers und die verlegte Brille

Alphons tigert in der Wohnstube herum. Paula schaut ihm zu und schüttelt den Kopf.
Paula: Was ist los? Suchst du was?
Alphons: Ja, meine Brille.
Sie: Die liegt auf dem Küchentisch. Ich hol' sie dir.
Er: Danke, nicht nötig. Ich mach das schon.
Sie: Wie du willst … also in letzter Zeit ...
Er: ... in letzter Zeit was?
Sie Na ja. Wie sag' ich dir das jetzt nett?
Er: Ich weiss schon. Ich bin manchmal etwas zerstreut.
Sie: Nur manchmal und nur etwas?
Er: Ja, nur etwas. Mir schwirrt einfach zuviel im Kopf herum. Das stellt sich dann dem Gesuchten quasi in den Weg.
Sie: Als Ausrede nicht schlecht. Aber was ist mit den Namen, die du nicht behalten kannst?
Er: Jaa gut, das kommt schon vor. Aber die fallen mir meistens dann doch noch ein.
Sie: Schon, aber eben: «Spät kommt Ihr – doch Ihr kommt!»
Er: Wann, wo und wer zum Beispiel?
Sie: Das weiss ich jetzt auch nicht mehr genau.
Er: Ja, dann ist es auch nicht so wichtig.
Sie: Klingt jetzt aber doch nach einer weiteren Ausrede.
Er: Stimmt, ich hab’ nichts Besseres.
Sie: Wenn’s dich tröstet. Die Böckelmeiers haben vor ein paar Tagen ihr Auto in der Tiefgarage vom Multimarkt nicht mehr gefunden. 2. Stock, 3. Stock?
Er: Offenbar doch noch. Jedenfalls gestern habe ich seinen Opel vor dem McDonald’s gesehen.
Sie: Schon wieder? Ja, das vergisst der nie.
Er: Im Gegensatz zu mir. Gestern habe ich die Autoschlüssel suchen müssen.
Sie: Und, sind sie im Kühlschrank gewesen?
Er: Nein, in der Poschtitasche.
Sie: Wie das denn?
Er: Weiss ich nicht mehr. Wahrscheinlich wegen der Krääzdorn. Die hat mich im Multimarkt angequatscht und abgelenkt ... irgendwas mit den Wahlen, ob ich die Rosenmüller unterstützen würde.
Sie: Eine Frau Rosenmüller?
Er: Kennst du sie?
Sie: Nein … und bist du sicher, dass die Krääzdorn von einer Rosenmüller gesprochen hat.
Er: Äääh … Moment … vielleicht auch … jetzt bin ich nicht mehr sicher … verflixt, die heisst anders.
Sie: Hast den Namen vergessen, gell?
Er: Offenbar … aber warte … irgendwas mit Blumen … oder Bäumen, das schon.
Sie: Na immerhin. Doch nicht etwa die Hagenbucher.
Er: Nein, die ist in Ordnung. Die würde ich nicht vergessen.
Sie: Was mit Bäumen. Eichenberger? Pappelheimer? Erlenmann?
Er: Auch nicht. Komm, lass es.
Sie: Das sagst du immer.
Er: Kann schon sein. Sag mal, was stinkt eigentlich hier so?
Sie: Ich habe vorhin leider das Fenster geöffnet. Bauer Schollengruber hat gegüllert.
Er: Stinkt ja grauenhaft.
Sie: Findest du? Der Böckelmeier soll sogar auf der Gemeinde reklamiert haben.
Er: Das ist wieder typisch Fritz. Aufs beschauliche Land ziehen und dann motzen, wenn der Landwirt das Feld bestellt.
Sie: Genau. Das gehört nun mal zum Landleben.
Er: Wie Traktorenlärm, Kuhglocken, Bäuerinnenkalender?
Sie: Ja, die auch. Und Mähdrescher.
Er: A propos Wahlen: Sie heisst Eschenmoser.
Sie: Na bravo. Geht doch.
Er (kurze Zeit später): Meine Brille ist nicht auf dem Küchentisch.
Unsere Zukunft
Döggelwettbewerbe und Basketball.

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