Satiren
Ein Intermezzo: Kopftücher und Kleiderordnung

Ich trage kein Kopftuch. Warum sollte ich auch und wie käme ich dazu? Auch kein buntes und schon gar nicht ein monochromes. Dann schon lieber einen Männerhut, einen Homburg, wie in den 50er-Jahren.
Und dass es Frauen da und dort tragen oder tragen müssen, ist mir etwa so wurscht, wie Metzger Rindlisbacher die fundamentalistischen Anklagegesänge der Veganer. Überhaupt Kleidervorschriften, sie sind obsoleter denn je, und wenn doch angesagt, dann allerdings nicht vergleichbar mit jenen im Mittelalter.
Heute trägt doch jeder und jede, was sie wollen aber nicht sollen. Schlecht angezogen sind sie fast alle. Manchmal sehnt man sich nach ein paar ästhetischen Regeln, schaut aber dann gleichwohl einfach weg, wenn die Pubertätsbedrängten und Adoleszenz-geplagten ihren Schmuddellook vorführen.
Ich übertreibe, wie immer, klar. So ist das nämlich nicht alleweil. Auch sowas kommt noch vor: Ich bleibe im Einkaufsladen für einen Moment gebannt stehen, wenn eine Frau gleich welchen Alters ein Kleid, eine Hose, eine Bluse oder einen Mantel trägt, die von Geschmack und Farbensinn zeugen und die auch verbreiten.
Leider kann ich nicht zur Anbetungswürdigen hineilen, um ihr auf symbolischen Knien die dringlichsten Komplimente zu offerieren. Das gilt heute als Anmache oder noch skandalöser, als Versuch, ihr an die Wäsche gehen zu wollen.
Doch zurück zum Wunsch nach etwas mehr ästhetischer Kleiderordnung. Genau weiss ich es nicht, aber in beliebigen Hüllen herumzuspazieren war im Mittelalter und auch später unmöglich. Denn man hatte gefälligst die Ständeordnung und das Portemonnaie zu berücksichtigen.
Für die weniger Betuchten war Leinen, Hanf, Nessel als Unterbekleidung angesagt, Schafwolle für die Schichten darüber. Wer aber Kohle gemacht hatte oder ein adliges Wappentier vorweisen konnte, durfte in Samt und Seide herumstolz- und paradieren. Und das so bunt wie nur irgend möglich.
Das Volk trug naturfarbene Stoffe, die Geldsäcke und der Adel hingegen liebten zum Beispiel Gelb, das man aus Farbstoffen der Birke, dem Rainfarn und dem Färber-Wau gewann. Für Rot waren es der Krapp, der Gänsefuß, Ahornwurzeln oder Schlehdorn. Blau lieferten die Färberwaid oder importiertes Indigo.
Hinzu kamen als Farbgeber die Kermeslaus und die Purpurschnecke. Ihr Purpur-Farbstoff war aber ausschließlich dem Hochadel vorbehalten. Kurz, ein doch sehr buntes Mittelalter für die Reichen. Siehe auch die Toga der Cäsaren.
Wenn Sie sie mich jetzt fragen, was das mit Kopftüchern zu schaffen hat, ja dann haben Sie mich kalt erwischt. Ich muss jetzt krampfhaft versuchen, einen Zusammenhang hinzuzaubern. Also ... Moment bitte. Die Kreationsmühle mahlt. Doch, ich hab’s.
Wenn schon Kopftuch getragen sein will oder muss, dann bitte ein farbenfrohes, das den Orient in all seinen leuchtenden Farben schillern lässt und uns den Anblick von Hidschabs, Al-Amiras, Chimars, Tschadors, Nikabs, vor allem aber die düstere Optik der traurig-schwarzen Burka, wenn nicht erspart, so doch vergessen lassen.
Politpoetische Aperçus
Giorgia Meloni trinkt DOPPIO MALTO von BIRRA PERONI.
R. D. Precht, du hast selten recht.
Chr. Blocher, erloschen ist die Flamme in Ihrem Kocher.
D. Trump, du produzierst nur noch Klump.
W. Putin, wo noch willst du mit deiner Wut hin?
Mme. Baume-Schneider, Sie haben keine Neider.
Liebe Viola, nie wieder rechnen Sie nur so solala.
Kanzler Merz, hüten Sie sich vor den Iden des März.
Ignazio Cassis nippt Grappa statt Pastis.
Karin Keller-Sutter streicht Ermotti vom Brot die Butter.

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