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Demokratie im Umbruch

Woran liegt es, dass die Parteien-Politik oft in Sachfragen versagt, die für alle Menschen relevant sind? Was braucht es, damit Politik ihrer Verantwortung gerecht werden, und ihre Aufgaben mit guten Ergebnissen für die Bevölkerung und ihre Mitwelt wahrnehmen kann?

Die Welt scheint im Grossen wie im Kleinen immer deutlicher aus den Fugen zu geraten. Was und wie es war, ist nicht mehr, und wie es sein wird, noch nicht klar. Wandel dominiert - und dies nicht nur beim Handel.

Die «gute alte Zeit» (die es ohnehin nie gab) gibt es nicht mehr. Und «die schönere Welt von morgen» lässt auf sich warten. Wir leben in einem Zwischenraum – in einem scheinbaren Niemandsland – in dem vertraute Sicherheiten schwinden und oft die Vorstellung fehlt, dass und wie es gut für alle und für alles weitergehen kann.

Der Wandel ist im Kleinen wie im Grossen mit Herausforderungen, jedoch auch mit Chancen verbunden. Dafür braucht es eine neue Politik.

Wenn erstarrte Systeme aufbrechen, entsteht Angst. Aber es können auch kreativ nutzbare Räume frei werden. Wenn Altes zu Ende geht, entfaltet das Leben seine unbändige Kraft zur Erneuerung.

Entscheidend ist, Chaos als Teil der größeren Zyklen des Lebens zu begreifen. Als eine Einladung, sich auf das wirklich Wesentliche zu besinnen. Und den Mut zu entwickeln, Chaos in Experimentierräumen zu nutzen, damit Unbekanntes kokreativ erprobt und Neues wachsen kann.

Ausserhalb der Links-Rechts-Macht-Schach-Parteiendemokratie begegnen mir erfreulich viele Projekte, die gemeinwohlorientiert auf einem friedvollen Weg unterwegs sind. Auf Gemeinschaft eingestellt, wird zusammengearbeitet: Und es soll nur Gewinner geben.

Wirkliches Zuhören, sagt Bernhard Pörksen (Zuhören. Die Kunst, sich der Welt zu öffnen, 2025), sei Anerkennung und Akzeptanz von Verschiedenheit, Suche nach dem Verbindenden und Klärung des Trennenden, kurz: die gemeinschaftliche Erfindung einer Welt, die überhaupt erst im Miteinander-Reden und Einander-Zuhören entsteht. 


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