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Bulletin Nr. 255
Blahkate und Wahlkrämpfe

Nein, über die Menge und die Inhalte der Kandidaturen-Plakate an Gartenzäunen und Kandelabern - leitet sich das Nomen vom Verb «labern» ab? - schreibe ich nichts. Das können Andere besser.

Aber ein paar Marginalien zu den diesjährigen Slogans, die müssen schon sein, obschon diese nicht besser sind, als jene vor vier Jahren. Und wer die für bare Münze nimmt, wird rasch erkennen, aus welchem Dünnblech sie fabriziert wurden. Ein paar Beispiele zum Amüsement, bitte sehr.

Sch. spricht Klartext. Ja, was denn sonst? Es gibt schon genug Kryptogramme, Schlüsseltexte und Politikerjargon.

Es braucht mehr Unternehmer in Bern. Wie bitte? Die haben doch nie Zeit; und schon gar nicht für Bern. Köppel, der Absenzen-Champion als Beispiel.

Perspektiven statt Utopien. Das müsste eigentlich heissen: Utopien mit Perspektiven.

Unanständig bodenständig. Oder eben doch nur bodenständig unanständig?

Weil Kompetenz und Sachpolitik zählen. Seit wann denn? Was zählt und zahlt sind Netzwerke, Gruppeninteressen und Abhängigkeiten.

Stark für den Aargau. Ja warum denn nur für den Aargau? Das Land heisst Schweiz.

Wir machen die Schweiz stark. Aber wie denn? Noch neutraler und sicherheitspoli-tisch noch unzuverlässiger und abgeschotteter: Sbrinz statt Parmesan auf den Spaghetti, Alphörner auf dem Säntis und Jassen im Reduit-Igel?

Freude statt Läckmer. Etwas frivol, nicht? Oder etwa Letzteres als Voraussetzung für Ersteres?

Eine vo eus, für eusi Schwiiz. Einer für mich? Mit dem Kommafehler?

Zukunft statt Krisen. Und das beschwören Leute, welche selber die Krise sind, für deren Lösung sie sich halten.


Kommentare (2)

Joachin Hörner am 30.09.2023 09:56

Was für ein Overkill
Da liegt er nun also vor mir, der Katalog mit all den säglichen und unsäglichen Unter-, Neben- und Durcheinanderlisten der Parteien, die sich in die Schlacht um die 16 Nationalratssitze des Aargaus werfen. Selbst der Quelle-Katalog zu seiner Blütezeit hätte Mühe bekundet, mit diesem Konvolut Schritt halten zu können. Liebe Parteien, wollt ihr die Demokratie ad absurdum führen? Wollt ihr uns die Lust an der direkten Volkswahl vermiesen? Was kommt als Nächstes? Die Unterliste der Kaninchenzüchter*Innen und -*Aussen? Oder diejenige meiner Yogagruppe? Zum Wohle der Wähler: Verzichtet doch bitte fortan freiwillig auf diesen Overkill. Ansonsten trete ich in vier Jahren mit der Unterliste der Listenreduzierer*Innen und -*Aussen an. Grosses Politikerehrenwort.

Emmanuel Silberstein am 27.09.2023 09:18

Was die Inhalte der Werbeslogans betrifft, da hat Trentin auf seine Weise nicht Unrecht, wenn er sie der Satire aussetzt. Kategorischer bin ich zudem gegen diese buntschreiend blühenden Plakatlandschaften an den Strassenrändern. Das muss künftig verboten werden; und das nicht nur aus Umweltschutzgründen. Denn das Wort Verschandelung erhält eine neue Dimension.

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