Gästeseite

Gästeseite Nr. 7
Kunst, Kultur, Kritik und Ka...

Kritiker und Kritikerinnen leben seit 1945 offenbar wieder gefährlicher. Jedenfalls in Hannover oder wie Frau Daniele Muscionico auch schon mal in der Schweiz.

Ballett-Kritikerin bei der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zu sein, ist keine Sinekure und offenbar sehr riskant, was allerdings das Kritikergeschäft im übrigen generell ist.

Vor allem wie kürzlich dann, wenn eine
 Wiebke Hüster eine niederländische Produktion des Direktors des Staatsballetts Hannover, Marco Goeckemit kritischen battements und fouettés traktiert hat: «Man wird beim Zuschauen abwechselnd irre und von Langeweile umgebracht.» Sein Stück «In the Dutch Mountains» sei «wie ein Radio, das den Sender nicht richtig eingestellt kriegt. Es ist eine Blamage und eine Frechheit.»

Die stinkige Reaktion von Goecke ist bekannt. Ihr Niveau muss nicht erläutert werden. Und dass sie hoffentlich eine bedauernswerte Episode bleibt, auch nicht, wäre da nicht der Verdacht, dass offenbar Diskurse neuerdings statt mit Worten vermehrt mit Exkrementen geführt werden. Denn Goecke ist kein Einzalfall.

Den erlebte auch die Kulturjournalistin und Buchautorin, Daniele Muscionico. Auch sie wurde mit einem Paket mit einem «braunstinkenden Haufen» Hundekot beehrt. Durchaus auf der Höhe satirischer Souveränität ergänzt sie, dass sie zudem gelernt hätte, wie die Leserschaft subtil ihrem Ärger freien Auslauf gewährt.

Sie wurde z.B. aufgefordert: «Ersaufen Sie doch im Zürichsee!» oder ferndiagnosti-ziert: «Sie sind ja eine ungefickte Lesbe!» Und, eine weitere Version, aufgrund ihres Vor- und Zunamens: «Sie italienischer Macho, Sie haben ja keine Ahnung von Schweizer Frauen!»

Nun, Frau Muscionico hat durchaus eine Ahnung, auch von den 3K, also von Kunst, Kultur und Kritik, hätte aber, wie wir alle, gerne auf ein 4. K wie Kacke verzichtet.

Mein Fazit: Wer sich verbal nicht zu wehren versteht, scheint offenbar auf den Hund (Gustav) zu kommen, und statt dessen Hinterlassenschaft zu entsorgen, mit ihr um sich zu schmeissen. Damit ist dann endültig das Jauchegruben-Niveau erreicht. 


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