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Echolos: Echo-Los

Gottfried Benn hat es auf den Punkt gebracht: «Gedicht (im vorliegenden Falle Schreiben generell) ist eine unbesoldete Arbeit des Geistes, der Fonds perdu, eine Art Aktion am Sandsack: einseitig, ergebnislos und ohne Partner – : evoë!»

Kein Wort dagegen. Sie dürfen sich als Autor glücklich schätzen, wenn ab und zu ein Kommentar angefügt wird; und zwar auch dann, wenn Sie eventuell satirisch etwas überzogen haben, wenn Sie von öffentlichen Personen Komponenten nachgewiesen haben, die ein Lächeln, in akuten Fällen auch Gelächter erzeugen.

Was also müsste man tun, um Reaktionen zu evozieren?

Müsste man behaupten, auf den Journal-Redaktionen werde jeden Abend auf dem Fussboden ein Feuer entzündet, um Cervelats zu braten?

Müsste man verbreiten, Grossrat Balthasar Blasenstecher treffe man häufig im Manhattan-Club in Frauenkleidern an?

Oder Chefarzt Prof. Dr. med. Ivano Scalpelli operiere an Donnerstagen in Leggins und Tropenhemd? Und am Dienstag immer mit schwarzer Krawatte, welche die Krankenkasse gestiftet hat?

Seien Sie versichert: Nichts würde geschehen. Dazu mal als Kontrast die E-Paper-Kommentare unserer Tagblätter. Da geht's dann richtig los mit Inkompetenz und Intoleranz.

Thema «Sozialdetektive»: 75 Fachleute verteilen Senf auf die Wurst. 
Thema «Blick in die Moschee»: 11 Islamspezialisten wissen Bescheid. 
Oder «Tag der offenen Tür im Bordell»: 11 Swinger-Sexperten verbreiten Kennerschaft. Das Niveau der Beiträge soll hier geheim bleiben.

Fazit? Endlich schweigen? Rückzug ins Private? Goodbye Social Life? Manchmal wäre das schon sehr verlockend. Und Etliche wären erlöst, wenn man endlich die Senftube verschlösse und für immer weglegte.


Kommentare (1)

Fritz Kamer am 16.11.2018 19:58

Senftube! Schöööön! Hast du den erfunden, lieber Tub-Operator?
Bitte nicht weglegen! Dein Fritz

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