Aphorismen

Auch so ein Thema: «Lügen»

Dass in Gesellschaft und Politik Lügen und lügen zur Standardausrüstung der Menschheit gehören, mag uns empören. Doch sie sind Usanz, die es zu durchschauen und zu entblössen gilt. Ein paar Aphorismen helfen hier vielleicht weiter.


Lügen

Lügen hätten kurze Beine? Mag sein. Aber dafür sind die umso beweglicher.

Herodot sagt: «Wenn du lügen musst, dann lüge!» Warum denn? Versuch’s doch mal mit vielsagendem Schweigen.

Der Unterschied zwischen lügen und flunkern? Lügen vergewaltigt die Wahrheit. Flunkern kitzelt oder krault sie bloss ein wenig.

«Wer lügt, stiehlt?» Unsinn, es sei denn, man berücksichtigt, dass Lügner uns die Zeit stehlen, indem sie unseren Verstand herausfordern.

Auch das Leben ist eine Lüge. Zumindest die Variante mit der Ewigkeit.

«Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.» Also keine vertiefende Fragen wie «Was, wer, warum, wo und wann?» Beispiel: «Hast du sie geküsst?» - «Ja, ääh. nein. Was heisst hier küssen? Ja und überhaupt: Wer hat da wen geküsst? Warum sollte ich sie geküsst haben? Und bitte wann und wo genau? Was geht Sie das überhaupt an?»

Warum nur vergeht uns auch im Angesicht des Todes das Lügen nicht? Siehe Grabsteine und Nekrologe.

Ein bisschen Münchhausen kann sehr unterhaltend sein.

Das Lügen und das Dichten sind Künste.
Oscar Wilde


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