Aphorismen

Geschichte

Von Markus M. Ronner stammt das Zitat: «Geschichte ist kurzlebig. Von Molotow ist nur der Cocktail übriggeblieben.» Klingt gut, ist aber Unsinn. Die Bedeutung der sog. Grossen Männer in der Geschichte ist zwar nach wie vor nicht ganz geklärt, aber ganz sicher Stoff für Interpretationen. Und jene der Frauen eher die Ausnahme: Katharina und Maria Theresia. Hier nun etwas Senf auf den Tellerrand. Warum nur kommt mir bei diesem Geschirr immer Talleyrand in den Sinn?

Hier also die neuen Aphorismen:

Noch immer nicht ganz geklärt: Gestalteten «Grosse Männer» wie etwa Perikles oder Bonaparte die Geschichte, oder waren es umgedreht bloss die besonderen Umstände wie etwa die Perserkriege oder die Gelegenheit zum Staatsstreich vom 18. Brumaire VIII?

Napoleon meinte: «Der Krieg ist die Mutter der Geschichte.» Und er der Vater?

Von der Keule bis zum Lasergewehr: Militärhistorisch und technologisch gesehen eine Erfolgsgeschichte. Humangeschichtlich aber eine Katastrophe nach der anderen: Von Karthago über die islamischen Sklavenjäger und Jihadisten in Afrika bis Auschwitz.

Wer die Gegenwart endgültig nicht mehr verstehen will, der soll Geschichte studieren.

Der griechische Staatsmann Polybios sagt: «Die Wahrheit ist das Auge der Geschichte.» Aber was, wenn das Auge trüb ist und den Schauenden betrügt?

Karl Marx ins Gebetbuch: Von wegen Geschichte der Klassenkämpfe! Da ist ein L zu viel im Wort.

Die Geschichte redet immer neue Wahrheiten.
Friedrich Nietzsche


Kommentare (0)