Aphorismen

«Kultur»

Viel zitiert und doch nie richtig begriffen. Vielleicht bringen uns ein Beutel voll neuer Aphorismen als Deutungs-Experimente der Sache etwas näher. Bitte sehr, und seien Sie etwas nachsichtig.

Kultur beschränkt sich für das geistige Prekariat auf den Beutel, wenn überhaupt.

Frei nach Arno Schmidt: Das so genannte Volk, wenn’s hochkommt, verbindet Kultur nur mit Agri-, Horti-, Pilz- und Freizeit-, etwa so, gemäss Bargfelder Bote, das gleiche Volk «Kunst nur in Verbindung mit -dünger und -honig kennt.»

Kunst verhält sich zu Kultur wie Arcangelo Corelli zu Ines Torelli.

Kultur entsteht dann, wenn die Schweine mit Messer und Gabel zu fressen beginnen.

Der Unterschied von Fresskultur und Esskultur wird alleine schon durch die Existenz von Tischtuch und Serviette definiert.

Essen im Stehen: Die Kulturschande unseres Jahrhunderts.

Der Imbissstand verhöhnt die Mahlzeiten zu Tische und im Bett.

Kultur verhält sich zu Zivilisation wie ein Souper bei Escoffier zu einem Big Mac.


Die Zivilisation eines Landes erkennt man an den Männern, die Kultur an den Frauen.
Giosuè Carducci 


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