Aphorismen

«Ich bin ein Snob.»
Aber was soll das sein?

Angeregt durch einen kurzen Fitness-Center-Dialog mit einem Musiker, aus dem sich ergab, dass wir in Sachen Musik ausgewachsene Snobs seien, - folglich nur Monteverdi, Bach, Brahms und Webern, ja Mozart auch, aber auf keinen Fall Pop, Rock und Hip-Hop - entstanden hier ein paar selbstgestrickte Sentenzen zur Frage, was ist eigentlich ein SNOB? Die auf dem Bild sind übrigens keine. Das sind bloss Eton-Absolventen.

Ein paar Gedanken-Brosamen

Snobismus wird häufig mit Hochnäsigkeit verwechselt. Dabei rümpft der wahre Snob seine Nase mit Vorzug nur über seine eigenen Angelegenheiten. Ach, täten das doch alle!

Der wahre Snob ist nie arrogant oder überheblich. Das hat er gar nicht nötig. Wär’ er es, bedeutete das ja, dass er auf das Urteil seiner Umgebung Wert legte.

Ein Snob trägt notfalls auch hübsche Turnschuhe zum Cut. Aber nur im Notfall.

Wodurch unterscheidet sich ein Dandy von einem Snob? Der Dandy steht eine Stunde länger vor dem Spiegel.

Literarische Snobs halten Nobel-Preisträger bestenfalls für Bestseller-Autoren oder noch schlimmer, für Bookinisten. 

Ein Snob ist immer tolerant. Er würde nicht im Traum bestimmen wollen, was Leute glauben, denken, lieben, essen oder tragen sollen? Das überlässt er der Kirche, den Journalen, den Psychologen, den Vegetariern, den JUSOS und Herrn Lagerfeld.

«Ich bin ein Snob.» Das würde ein wahrer Snob nie von sich sagen. Er ist es einfach.

Und wie ist der Snob? Freundlich, zurückhaltend, etwas gleichgültig, nie sarkastisch aber stets federleicht ironisch.

Auf den Snob passt auch ein Satz von La Rochefoucauld: «Le vrai honnête homme est celui qui ne se pique de rien.» Er rühmt sich demnach seiner Taten und Ideen in keiner Weise? Er lebt sie.

Nachtrag: Ein Snob ist jemand, der sein Smartphone nur am Sonntag von 0050 bis 0055 einschaltet, aber auf keinen Fall Anrufe entgegennimmt oder tätigt.

Edgar Wallace meint: Snobs sind Männer, die behaupten, es gäbe etwas Interessanteres als Frauen.

Hier gleich noch ein Nachtrag von Unbekannt: Ein Snob ist jemand, der Petersilie bei Fleurop bestellt.

Kommentare (2)

Fritz Kamer am 25.08.2018 11:20

Hier noch eine Snob-Definition: Ein Mensch, dessen Brett vor dem Kopf aus Teakholz ist. Mit Snobbygruss.
Fritz

Ernst Bannwart am 24.08.2018 16:38

Noch schlimmer als ein Snob ist die Steigerungsform: der Snöber. Der hat nicht nur ein Brett vor dem Kopf, sondern auch noch eins unter den Füssen. Ski Unheil!