Kritikon

«Na gut, dann bin ich halt doof.»
Aber offenbar nicht alleine.

Grosse Erleicherung: Es sind ein paar Kommentare von bekennenden Doofen eingetroffen, die man Ihnen nicht vorenthalten sollte, nämlich zu Elia Gillis: «Der Klang der Kristalle». Laut Aargauer Zeitung praktiziere sie Schamanismus in einer Praxis mit hellbeige überzogenen Designersesseln.

Welche Farbe dort auch immer dominieren mag, uns interessiert weniger Frau Gillis Mobiliar, noch ihre moderne Hornbrille.

Uns beschäftigen vielmehr die Interieurs ihres Weltbildes, in dem die Kraft der Geister regieren soll, welche sie jeweilen auf einer schamanischen Reise quasi «à la recherche de la force perdue» antreffe, Energien also, welche sie ihrer Klientele dann zu vermitteln suche.

Da würden dann auch die Kraft der Steine, so etwa ein klingender Rauchquarz in der Hosentasche eines Manager-Massanzuges, die Nerven stärken. Frau Gilli führt diese Wirkung der Kristalle auf ihre Überzeugung zurück, dass «Steine eine Seele hätten.»

Das mag man glauben oder nicht. Ich bin weder Pantheist noch Deist. Rational ist das nicht, geschweige denn vernünftig. Und das wollen wir doch alle sein, oder etwa nicht?

Zudem hege ich den Verdacht, dass Frau Gilli sich fundamental irrt, wenn sie Sätze wie den folgenden absondert: «Nur dumme Leute glauben an keine höhere Macht.» Na gut, dann bin ich halt doof.


 

Kommentare (2)

Ernst Bannwart am 02.09.2018 12:14

… da gilt vielleicht das Gleiche wie in hängigen Rechtsfragen:
«Es gilt die Unmutsverschuldung.»

Georges Ramstein am 28.08.2018 15:05

Man ist gerne doof, wenn man das immer wieder irgendwo vernehmbare Gequassel von Geistern, Dämonen, beseelter Materie usw. hört oder liest, denn dann braucht man sich nicht um diesen Blödsinn zu kümmern.

Kommentar zum «Klang der Kristalle».

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Soeben ist ein längerer Kom-mentar zum Thema «Doofsein oder Esoterik» von einer Person eingetroffen, die es vorzieht, anonym zu bleiben. Da der bemerkenswerte Text etwas lang ist, keine Pejorativa enthält und zudem unprätentiös wirkt, soll er gesondert als PDF-Dokument allen Leserinnen und Lesern zugänglich sein.

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In der AZ gefunden: «Gibt es Möglichkeiten für Chefärzte, ihre Honorarforderungen zu mani-pulieren und zu ihren Gunsten zu verfälschen, dass sich ihre Honorarbezüge erhöhen?»

Meine Frage lautet: Gibt es Möglichkeiten, einem Grossrat beizubringen, dass es «damit» oder «auf dass» heissen müsste?