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Kaum ist der Sommer vorbei:
Geht's kurzweilig weiter.

Kurzweil hat der Leser/die Leserin vielleicht; die Getroffenen weniger. Aber lesen Sie selbst.

Mittelältliche Frau behindert Zugsabfahrt
Als sich die Wagontüre definitiv schliessen sollte, stand sie im Türrahmen und blockierte diese. Sie wartete auf ihr verspätete Freundin, was wiederum nach vergeblicher Intervention des Personals den Zug um 10 Minuten verspätete. Und wie deuten wir jetzt dieses Symptom? Einfache Version: «Elende Zicke!» Differenziertere Variante: «Egozentrik als Bestandteil des Lebenslaufs.»

Trump zum Letzten
Nicht nur eine Rote Linie übertreten, sondern den hohlen Gelbkopf an einem Roten Balken gestossen hat sich der peinliche Präsidenten-Darsteller, als er 2016 seinen Konkurrenten John McCain dafür kritisierte, dass er fünfeinhalb Jahre lang gefolterter Gefangener in Nordvitenam gewesen war. Wortlaut: «Ich ziehe Soldaten vor, die nicht gefangen genommen wurden.» Einfache Version: «Aufgeblasen eitler Fatzke!» Differenziertere Variante: «Immobilienhaie dürfen gerne im Swimmingpool ihrer Grundstücke herumschwimmen.» Und bitte dort bleiben.

Zeitungsphilosophischer Chefredaktor
«Der Journalist hat sich als Aktivist zu verstehen.» Nein, eben gerade nicht. Er soll sauber recherchieren und schlackenlos und stilistisch einigermassen erträglich formulieren. Der Rest sei getrennt: Rezension, Kommentar, Kritik, Glosse oder Satire.

Thomas Hürlimanns Toleranzbegriff
«Toleranz ist ein anderes Wort für Feigheit.» Nun, ganz falsch ist das ja nicht. Wie häufig haben wir geschwiegen, wo ein starkes Wort fällig gewesen wäre? Ich plädiere für eine militante Toleranz, die nicht alles hinnimmt, was an täglicher Intoleranz uns verstört und im schlimmsten Fall auch zu zerstören droht. Da widerspreche ich feinsinnig arrivierten Nationalpoeten und Mundartplaudernden.

Poetry Slam
Laut Titelinhaberin Frau Basler werde daselbst «mit dem Hirn und nicht mit den Eierstöcken gedichtet.» Meinen Testikeln ist das bekannt. Na ja, ob da wirklich gedichtet und verdichtet wird? Ist ja wohl doch auch nur eine Modemacke, die verschwinden wird wie das Musikgeriesel und die Hirngerinnsel der Privatsender.


Kommentare (2)

Fritz Kamer am 28.08.2018 18:35

Gerinsel, lieber Valentin, hat leider nichts mit «Insel» zu tun, sondern mit «rinnen» und schreibt sich deshalb mit zwei n. Wechsle das Korrekturprogramm, meines zeigt den Fehler an. Aber, tröste dich mit Goethe: «Zwei Dinge, mein Freund erringest Du nie / Das Weib und die deutsche Orthografie.»

Dem ist leider so, lieber Fritz. Man wird es überleben. Und Du hast mich gleich zu einer ergänzenden Formulierung inspiriert. Siehe: «Musikgeriesel und die Hirngerinnsel» (Valentin)

Christoph Bopp am 28.08.2018 18:34

Toleranz ist nicht einfach Schweigen. Und schon gar nicht Schweigen aus Feigheit. Toleranz ist zähneknirschendes Schweigen. (Und irgendwo dahinter sollte eine Überlegung stecken. Die darf man verschweigen. Aber machen muss man sie.)

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Friedfertige Besinnungspause im Advent

27. November 2018

Vier Lichter könnten uns sofort aufgehen. Ein erstes für etwas mehr Weisheit im Denken, ein zweites für mehr zivilcouragierte Stärke, ein drittes für etwas mehr Ästhetik im Umfeld und ein viertes schliesslich als Symbol der Hoffnung, Besseres voraussehen zu dürfen (meliora praesumo).

Was auch immer geschehen soll: Friedfertig und entspannend sei unsere Adventszeit. In Ordnung. Auch für Sie. Und man muss ja nicht immer reden ... oder schreiben.

Angesagt ist jetzt eine Besinnungspause, etwas mehr Stille und Konzentration auf Wesentlicheres als Politik und Wintermode. Habe wirklich noch Anderes zu tun. Fragen Sie nicht was. Doch: Abnehmen zum Beispiel. Obsolete Akten entsorgen. Oder endlich mal das Medizinschränkchen ausräumen.

Fazit: Im Dezember erscheinen keine Depeschen-Bulletins. Ab Januar 2019 dann aber schon; und das in bewährt griffiger Manier.
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Fünftes Buch ist erschienen
und kann bestellt werden.

26. November 2018

Hier erfahren Sie mehr dazu.
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«Die schaffen das!»

25. November 2018

Am Samstag, 17. November 2018: Grosseinsatz der aargauischen Kantonspolizei. 140 Beamte kontrollierten Fahrzeuge und Insassen. Fazit: 13 Verhaftungen auf dem Platz oder nach Flucht. Ist doch beachtlich. Angesichts der zwar sinkenden aber immer noch belastenden Einbruchszahlen sind solche Razzien doch sehr zu begrüssen. Warum nicht gleich jede Woche und zwar schweizweit? Ist aber vermutlich eine Budgetfrage und der Verfügbarkeit der Beamten für Sondereinsätze.
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