Ad Personam

Der «Leserbriefschreiber»
Eine Untersuchung zur Typologie

Dies ist keine wissenschaftliche Arbeit. Dennoch würde man wahrscheinlich als vorläufigen Einstieg etwa 10 Phänotypen von Leserbriefschreibern (Generisches Maskulinum) unterscheiden müssen. Natürlich gibt es mehr. Hier nur ein paar davon.

Der Dauerquerulator: Nichts ist recht. Missstände partout. Politiker betrügen en permanence. Griesgram als Leidmotiv.

Der Steuerzahler: Wenn er sieht, wofür sein Geld verplempert wird, leidet er wieder an seinem Verschleuderungstrauma.

Der Stänkerer: Er schiesst mit Kartätschen auf Fliegen und bezichtigt seine Opfer der chronischen Unfähigkeit.

Die Fromme: An allem ist der Mensch schuld, der nicht auf Gott hört und Jesus einen guten Mann sein lässt.

Der Rassist: An allem sind die Ausländer schuld, selbst dann, wenn der Verfasser Özlem Mely heisst.

Der Atomenergie-Dauerbrenner: Seit Kaiseraugst unermüdlich radialaktiv.

Der Wirtschaftsweise: Nur er weiss, wie Geldpolitik und Makroökonomie auszusehen hat.

Der Arme Alte: Er bricht stellvertretend für viele jeden Rekord, was die Intelligenz und die Ressentiments seiner Beiträge auszeichnet. Den gibt es übrigens en réalité.

Der moderat Rationale: Stets gemässigt um Ausgleich und Harmonie bekümmert, überarbeitet er sich am Guten im Menschen.

Der Besserwisser: Er erklärt uns den Kosmos, was ihn zusammenhält, und warum die Menschheit ein Opfer dieser unwissenden Würstchen sein wird.

Jüngstes Beispiel:
Das finden Sie unter der Rubrik SATIRIKON, in der rechten Spalte. Dass Redaktionen so etwas überhaupt zulassen, ist alleine schon eine Zumutung, es sei denn, es geschieht mit sardonisch-satirischer Absicht.



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