Satirikon

Lokalfernsehen in Aktion

Ein TV-Journi sucht leicht verzweifelt Zeugen eines Unfallhergangs. Da entdeckt er einen eher jungen Mann. Er fragt ihn, ob er bereit wäre, ein paar Fragen zu beantworten. Der zögert, stimmt dann aber zu. Hier der Originalmitschnitt, der in dieser Version aber nie gesendet wurde. Lesen Sie ihn, dann wissen Sie warum.

Das Interview

Wie ist Ihr Name?

Lang.

Sie heissen Lang?

Mein, mein Name ist lang.

Ach so, also wie heissen Sie?

Hans-Friedrich Schaufelberger.

Wie bitte?

Hans-Friedrich Schaufelberger. Sie können mich aber Fritz nennen.

Wie Sie wollen. Also Fritz. Der Unfall: Was haben Sie gesehen?

Nichts.

Nichts? Wieso nichts? Sie sind doch im Zug gewesen?

Ja, schon.

Und haben nichts gesehen? Dann sind Sie aber als Zeuge nicht gerade … ?

Stimmt, ich war auf der Toilette.

Dann haben Sie doch nur etwas gehört? Und was ist das gewesen?

Nicht nur gehört, auch gespürt.

Und was …?

Also ich war gerade am … Sie wissen schon. Ich bin gestanden. Da hat es mich an die Wand geknallt … Vollbremsung … und dann ein gewaltiger Rumms. Meine Hose … die kann ich vergessen …!

Ja, das kann man verstehen. Was haben Sie dann getan? Gab es eine Panik?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin raus aus der Toilette. Da war es erst mal ganz still.

Und dann?

Ja dann haben wir uns alle gefragt, was da wohl los ist? Etwas aufgeregt sind wir schon gewesen. Dann ist jemand von vorne nach hinten zu uns gekommen und hat es uns gesagt, das mit dem Kran. Ist ja dann nichts Schlimmes passiert. Das wäre schön Scheisse gewesen.

Ja, die ... ähh, das will man sich lieber nicht vorstellen. Aber noch einmal: Sie haben den Aufprall nicht gesehen?

Nein, ich war ja im hinteren Teil. Ich wollte zwar raus aus dem Zug. Nachsehen, Sie verstehen? Aber die Türen sind zu geblieben ... wegen dem Strom und so.

Ein letztes Mal: Sie haben also nicht gesehen, wie es passiert ist?

Nein, das habe ich auch nie behauptet.

Aber warum wollten Sie dann trotzdem mit uns sprechen?

Wollte ich ja gar nicht. Sie haben doch damit begonnen, als sie mich gefragt haben, wie mein Name ist.

Ja, schon gut. Er ist lang. Vielen Dank, Fritz. Das war’s dann wohl.

Komme ich jetzt im Fernsehen?

Weiss nicht. Das habe nicht ich zu entscheiden.



«Experten» im Dienst

Hier noch eine anregende, wahrscheinlich die Kunst- und Literaturschickeria aufregende Satire-Kolumne von Peach Weber zum Thema Experten – von «denen Sie sich nicht kleinreden lassen müssen.» Unter keinen Umständen. Und kultivieren Sie doch bitte Ihren Mut zum eigenen Urteil.

Klicken Sie hier auf Artikel Peach Weber.

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Auch ein Experte

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Vorsicht, wer über die gegen-wärtige Lage an den Schulen urteilt. Man verrät sehr rasch, welchen Rucksack man trägt, und welche Mütze das Stroh zusammenhält. Bei einem Pädagogik-Experten sieht dann der Originaltext in der AZ so aus:

«wenn die bewerber diesen artikel lessen warden sie sich hueten dort eingestellt zu warden den der Rambock ist ja klar I'm tez=xt erkennbar. alle s nur flucht ausreden, und schoen-heits gerede warum stellen die eltern ihre namen n bereit angst warum. fortgeschrittene lehstoff programme ja sicherlich wiegesagt ein ist, die K. muss gehn aber eben mal klartext redden ist ja die schwaeche der schweizer einglieder angestell-ten.»

Wen ig dass lesse, dann haare senggrecht auffsteen.
Nachsitzen, Mann! Und zwar subito!

Dazu passt auch der angewandte Darwin.

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THE ORIGIN OF SPECIES BY MEANS OF NATURAL SELECTION.

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