Satirikon

Die «Schnorrer vom Dienst»
«Experten» im Dienst

Also gegen Fidel Castros Brandreden kommen sie nicht an: Frau NR Humbel und Herr NR Flach. Und es ist auch etwas übertrieben und ungerecht, sie als «Schnorrer vom Dienst» zu apostrafieren. Sie dann auch noch mit Slampoeten zu vergleichen, ist insofern unangemessen, weil sie ihre Materie sachlich-trocken-umfassend-detailliert und nicht schillernd-pseudoeloquent vorzutragen gezwungen sind. Daher offenbar die rhetorischen Sonderleistungen, was Akribie und Überlänge betrifft.

Oder möchten Sie etwa mit ihnen tauschen? Mit NR Flach, der gesamthaft 460 Minuten lang ein Auditorium volllabern musste, das sich nicht immer durch vollständige Anwesenheit und Aufmerksamkeit auszeichnet? Keine amuse bouche, wahrlich nicht.

Auch NR Humbel macht sich mit insgesamt 344 Minuten nicht gerade kargen Wortgebrauches verdächtig. Sie hat auch schon mal an einer Brugger MZB-Aktionärsversammlung mehr als eine Viertelstunde lang nach hundert anderen Rednern mit Berechnungsbeispielen aus dem Reich der Krankenkassen dafür gesorgt, dass der Apéro riche sehr spät nicht nur knurrenden Mägen serviert werden konnte.

Warum also nur? Warum diese Längen, dieses teilweise redundante Zeug? Warum finden die den Schlussatz immer später als vorgesehen? Lassen die sich von den Inhalten berauschen und zu Monsterreden hinreissen? Geht's wirklich nicht kürzer und konziser? Hierzu Beispielvarianten.

Beispiel lang
«Nun hat es sich gezeigt, dass der anfängliche Hustenreiz in meinem hinteren Mundraum sich allmählich zu einer ausgedehnten Halsentzündung mit Tendenzen zu einer Rachenentzündung (Pharingitis) und einem Ausbreitungsfaktor in die Bronchien mit einer akuten Gefahr hin zur entzündlichen Veränderung der Lunge, dies im Sinne einer Pneumonitis mit entprechendem Temperaturanstieg und Schweissausbrüchen entwickelt. Demzufolge kann ich an der Sitzung vom (Datum und Zeit) der Gesundheitskommission beim besten Willen nicht teilnehmen.» 

B
eispiel kurz
«Habe Fieber und Halsschmerzen. Komme heute nicht.» 

Übrigens
Wer, denken Sie, sind die Rekordhalter? Es ist ein wenig wortkarger Innerschweizer mit 499 Minuten und, wen wundert's, an zweiter Stelle der Allzeitbereit-Pfadfinder, Oberkommentator und Armeefreund NR Balthasar Glättli mit 492 Minuten. 


«Experten» im Dienst

Hier noch eine anregende, wahrscheinlich die Kunst- und Literaturschickeria aufregende Satire-Kolumne von Peach Weber zum Thema Experten – von «denen Sie sich nicht kleinreden lassen müssen.» Unter keinen Umständen. Und kultivieren Sie doch bitte Ihren Mut zum eigenen Urteil.

Klicken Sie hier auf Artikel Peach Weber.

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Auch ein Experte

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Vorsicht, wer über die gegen-wärtige Lage an den Schulen urteilt. Man verrät sehr rasch, welchen Rucksack man trägt, und welche Mütze das Stroh zusammenhält. Bei einem Pädagogik-Experten sieht dann der Originaltext in der AZ so aus:

«wenn die bewerber diesen artikel lessen warden sie sich hueten dort eingestellt zu warden den der Rambock ist ja klar I'm tez=xt erkennbar. alle s nur flucht ausreden, und schoen-heits gerede warum stellen die eltern ihre namen n bereit angst warum. fortgeschrittene lehstoff programme ja sicherlich wiegesagt ein ist, die K. muss gehn aber eben mal klartext redden ist ja die schwaeche der schweizer einglieder angestell-ten.»

Wen ig dass lesse, dann haare senggrecht auffsteen.
Nachsitzen, Mann! Und zwar subito!

Dazu passt auch der angewandte Darwin.

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THE ORIGIN OF SPECIES BY MEANS OF NATURAL SELECTION.

Oberholzer ist zurück und teilt den Schlammpoeten aus

6. Mai 2018

Oberholzer ist wieder da. Und gleich in voller Lautstärke. Er teilt wieder mal aus. Dieses Mal eine Feuerwalze gegen die fixen Schnelldichter aus den Imbissbuden der Slam-Poetry. Ob Libsig, Simon oder Ziegler: Laut Oberholzer sind das Kurzzeitverdichter im Wettstreit der poetischen Eintagsflieger. Hören Sie ihn gleich selber:
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