Ad Personam

Ein Dreipersonenstück
auf der Medienbühne

Drei Persönlichkeiten aus dem deskriptiv kritischen bis kreativ eher unkritischen Milieu sind es dieses Mal, welche wie die gegenwärtige Pollenepidemie schnupfenähnliche Reaktionen ausgelöst haben.

Sabine Altorfer
Schuster bleib bei deinen Leisten oder im vorliegenden Fall bei deinen Bilderrahmen. Die Kulturredakteurin hat sich in einem APROPOS der AZ auf den Gotthardpass gewagt und uns gefragt, wer denn aus der Frühzeit des Massentourismus noch die VW Käfer mit angehängtem Wohnwagen kenne, die an der Tremola ins Keuchen und Kochen geraten seien? Ins Kochen? Würde Frau Altdorfer einen PORSCHE 911 oder eben einen Käfer gefahren haben, dann hätte sie gewusst, dass beide Motoren luftgekühlt sind. Also nix Kochen, nur allenfalls Heulen. Nun gut. Dafür verwechselt sie Picasso nicht mit Chiasso.

Anna Kardos
Die Konzert-Kritikerin hat uns kürzlich erläutert, dass Khatia Buniatishvili die Pianistin der Stunde sei, obschon sie zwei nicht nur gefühlte Stunden lang in Aarau konzertiert hat. Zudem erfahren wir, dass Buniatishvili nicht fragil wirke, weder pianistisch noch hinsichtlich ihrer Erscheinung, der die Georgierin mit 12 Zentimeter hohen Stilettos wohl etwas nachgeholfen habe. Für diese fundierte Zalando-Nachricht wollen wir dankbar sein, denn ein Klavierrezital ohne podologische Hinweise will uns wie eine Dissertation ohne Fussnoten scheinen. Und die lesen wir doch alle.

Livio Dainese: Stiller Werbewichtel
Er gelte als der derzeit beste Werber der Schweiz. Hat z. B. den MIGROS-Wichtel Finn erfunden. Keine Ahnung, wer das sein soll. Aber gut, sei’s drum und gut für Livio. Dennoch: An der Sprache wollen wir ihn erkennen. Zum Beispiel: «Gute Werbung ist wie ein Hirnschuss, der in deinem Kopf etwas auslöst.» Wie unangenehm. In der Regel ist man dann leider tot. Oder: «Die SBB ist eine geile Marke.» Ja klar. Und Livio eine Marke für sich. Passt sehr gut ins Panini-Album.

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