Aphorismen

Aphorismen: Neue Serie

Und schon folgt die nächste Serie mit ein paar Anmerkungen zu unseren Lieblingen, welche sich mit kühlem, abschätzendem Verhalten arrogant die Puffs des Lebens vom Leibe halten. Fragen Sie sich, wer der Herr ist? Ein Schauspieler. Um Antworten wird gebeten.

Arroganz


Arroganz ist eine Art Notwehr der beleidigten Intelligenz.

Die subtilste Form der Arroganz: Bescheidenheit. Vide: «Meine Wenigkeit.»

A
rroganz ist nicht selten das Resultat häufigen Alleinseins und der resultierenden Reflexionen über den Zustand der Menschheit.

«Protzker ist arrogant!»«Das mag sein. Aber so etwas zu sagen auch.»

Das Lebenshilfe-ABC behauptet: Arroganz sei bloss Selbstschutz. «Meine Güte, warum soll ich mich vor mir selber schützen?», wundert sich der Arrogante über diese Fehldiagnose.

Wirklich Arrogante foutieren sich sogar um ihre eigene Befindlichkeit.

Wirklich Arrogante belächeln die Inferioritätsthese der Psychohandbücher. Sie halten sie für einen Ausdruck der Inferiorität der Ratgeber-Verfasser.

«Sie sind arrogant!»«Na und? Wertet es Sie jetzt auf, dass Sie das sagen durften?»

«Sie sind arrogant!»«Na und? Wenn es Ihnen hilft, selber jemand zu sein, gerne!»


Zur Illustration dandyhafter Arroganz hier noch ein Bildchen, ich glaube aus dem England der steifen Lippen.

Kommentare (1)

Ernst Bannwart am 09.04.2018 11:10

Die edelste Form hat meine Wenigkeit immer noch in Wilhelm Buschs Kritik des Herzens verortet ...

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab' ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp' ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff' ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Und Voltaire meint:

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Die Arroganz der Kleinen ist es, immer von sich, die der Großen, nie von sich zu reden.

Die höchste Arroganz besteht darin, sie gar nicht zu zeigen.