Home

Me too! Me too! Ein fiktiver Dialog

Partyszene am Abend nach der Gerichtsverhandlung. Eine Rechtsanwältin und ein Rechtsanwalt im Gespräch. Thema des Tages: Sexual harassment. Sie ist nicht nur von den Fakten, sondern auch von den medialen Begleitgeräuschen angewidert. Sie meint dann ziemlich laut:

- Schon wieder. Das hört nicht mehr auf.

- Was denn ... was hört nicht mehr auf?

- «Me too! Me too!»

- Sie auch?

- Nein, ich doch nicht.

- Umso besser. Was wollen sie noch mehr?

- Ich will nicht angemacht werden.

- Gar nicht, nie?

- Doch schon, aber nicht angemacht, betatscht oder ... verbalschlüpfrig behandelt.

- Ja sicher. Wer will das schon? Also dann schon eher Erotikon ohne Idiotikon?

- Ja, vielleicht, jedenfalls ohne vulgäre Variante.

- Demnach Anmache mit Niveau?

- Ja, von mir aus, dann ist es aber keine Anmache mehr. Schon das Wort «Anmache». Klingt doch grauenvoll, als wären Frauen ein Gerät mit einem Schalter, den man nur anzuknipsen braucht.

- Ungeheuerliche Vorstellung, da haben Sie recht.

- Das habe ich meistens, jedenfalls in dieser Sache. Ein Mann, der nicht spürt, ob eine Frau ihn will, ist ohnehin ein erotisch hoffnungsloser Blindgänger, im schlimmsten Fall auch gleich noch ein Rohrkrepierer.

- Na ja, kann sein, einverstanden, aber ich meine, ganz ohne das «Äuglein machen» würde die Menschheit ja aussterben.

- «Äuglein machen»?

- Ja, ist glaub ich von Goethe. Ist doch hübsch. Marienbader Elegien vielleicht, bin nicht sicher. Ist doch immerhin das Gegenteil von machomässig brachialem Sturm und Drang.

- Also gegen den Sturm hätte ich nicht mal viel einzuwenden.

- Ah ja?

- Warum denn nicht? Schauen Sie, es ist doch ganz einfach. Wir Frauen möchten umgarnt, betört, bestrickt, verzaubert, vielleicht sogar erregt, intelligent überzeugt und, ja warum nicht, erobert werden. Und stellen Sie sich vor: Wir Frauen haben auch absolut nichts dagegen, wenn man uns hofiert, respektiert und liebt.

- Aber das möchte doch jeder.

- Jeder?

- Ja jeder, auch ich. Übrigens, Ihr Parfum, Sie riechen phantastisch. Wollen wir mal zusammen ein Glas Wein trinken gehen?

Kommentare (0)

Friedfertige Besinnungspause im Advent

27. November 2018

Vier Lichter könnten uns sofort aufgehen. Ein erstes für etwas mehr Weisheit im Denken, ein zweites für mehr zivilcouragierte Stärke, ein drittes für etwas mehr Ästhetik im Umfeld und ein viertes schliesslich als Symbol der Hoffnung, Besseres voraussehen zu dürfen (meliora praesumo).

Was auch immer geschehen soll: Friedfertig und entspannend sei unsere Adventszeit. In Ordnung. Auch für Sie. Und man muss ja nicht immer reden ... oder schreiben.

Angesagt ist jetzt eine Besinnungspause, etwas mehr Stille und Konzentration auf Wesentlicheres als Politik und Wintermode. Habe wirklich noch Anderes zu tun. Fragen Sie nicht was. Doch: Abnehmen zum Beispiel. Obsolete Akten entsorgen. Oder endlich mal das Medizinschränkchen ausräumen.

Fazit: Im Dezember erscheinen keine Depeschen-Bulletins. Ab Januar 2019 dann aber schon; und das in bewährt griffiger Manier.
Weiterlesen

Fünftes Buch ist erschienen
und kann bestellt werden.

26. November 2018

Hier erfahren Sie mehr dazu.
Weiterlesen

«Die schaffen das!»

25. November 2018

Am Samstag, 17. November 2018: Grosseinsatz der aargauischen Kantonspolizei. 140 Beamte kontrollierten Fahrzeuge und Insassen. Fazit: 13 Verhaftungen auf dem Platz oder nach Flucht. Ist doch beachtlich. Angesichts der zwar sinkenden aber immer noch belastenden Einbruchszahlen sind solche Razzien doch sehr zu begrüssen. Warum nicht gleich jede Woche und zwar schweizweit? Ist aber vermutlich eine Budgetfrage und der Verfügbarkeit der Beamten für Sondereinsätze.
Weiterlesen